Nach Axel-Springer-ÜbernahmeGlobal und KI: Telegraph startet Umstrukturierung und streicht Stellen

Kurz nach der Übernahme durch Axel Springer startet die britische Zeitung "Telegraph" die erwartete Umstrukturierung und will dabei auch Stellen streichen.
Kurz nach der Übernahme durch Axel Springer startet die britische Zeitung "Telegraph" die erwartete Umstrukturierung und will dabei auch Stellen streichen. Es gehe darum, das Traditionsblatt von einer führenden britischen Zeitung in ein globales, KI-gestütztes Medien- und Informationsunternehmen zu verwandeln, schrieb die neue Chefin der Telegraph Media Group, Carolin Hulshoff Pol, an die Belegschaft. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unsere Organisationsstruktur anpassen, unsere Entscheidungsprozesse verändern, unsere Ressourcen gezielter einsetzen und die Effizienz steigern." Dies dürfte auf den Abbau von rund 15 Prozent des Personals hinauslaufen, nicht nur in der Redaktion, sondern in allen Bereichen, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der "Telegraph" äußerte sich dazu nicht. Nach früheren Angaben hatte die Telegraph Gruppe 2024 rund 900 Beschäftigte. Über die Umstrukturierung hatte zuerst die Agentur Bloomberg berichtet.
"Heute beginnt ein formeller Konsultationsprozess", heißt es in der Mail der früheren Springer-Managerin Hulshoff Pol. "Es handelt sich um schwierige Entscheidungen, die wir jedoch für die Zukunft unseres Unternehmens für notwendig halten." Während des dreijährigen Verkaufsprozesses seien die Möglichkeiten des "Telegraph" begrenzt gewesen, "zu investieren, sich anzupassen und in dem vom Markt geforderten Tempo zu agieren".
Springer will den rund 170 Jahre alten "Telegraph" zum führenden bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt ausbauen. Der Herausgeber von "Bild", "Welt" und "Politico" hatte im März angekündigt, die Telegraph Media Group für 575 Millionen Pfund (rund 667 Millionen Euro) in bar zu übernehmen. Nach dem Kauf der US-Newsplattform "Politico" 2021 für etwa eine Milliarde Dollar ist dies die zweitgrößte Investition in der 80-jährigen Firmengeschichte. Springer will beim "Telegraph" die Digitalisierung beschleunigen, mehr künstliche Intelligenz einsetzen und mit dem englischsprachigen Blatt in den US-Markt expandieren.