Kurznachrichten

Statistisches BundesamtGroßhandelspreise steigen im Juli erneut deutlich an

14.08.2026, 09:28 Uhr
256178414
(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutschen Großhändler haben ihre Preise im Juli wieder stärker angehoben.

Sie legten um durchschnittlich 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Juni hatte das Plus noch bei 4,9 Prozent gelegen, nach 5,9 Prozent im Mai. "Ausschlaggebend für den Preisanstieg auch im Juli 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten", erklärten die Statistiker. In deren Folge erhöhten sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe.

Für Mineralölerzeugnisse wie Benzin und Diesel wurden 24,1 Prozent mehr verlangt als im Juli 2025. Noch größere Ausschläge nach oben gab es im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, -Metallen und -Metallhalbzeug (+27,8 Prozent). Chemische Erzeugnisse kosteten 13,1 Prozent mehr. Von Juni auf Juli legten die Großhandelspreise um 0,2 Prozent zu.

Der Großhandel dient als eine Art Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Preisveränderungen kommen später und zumindest teilweise bei den Konsumenten an. Die Verbraucherpreise legten in Deutschland im Juli um 2,8 Prozent zu, nachdem der staatliche Tankrabatt ausgelaufen war. Der wiederaufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran trieb zudem die weltweiten Ölpreise nach oben.

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im Juni deutlich gefallen: Sie gaben erneut um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Billiger wurden etwa Speisekartoffeln, die 35,9 Prozent günstiger zu haben waren. Obst kostete 17,6 Prozent weniger. Teurer wurden hingegen Eissalat (+62,4 Prozent), Gurken (+30,3 Prozent) und Tomaten (+29,2 Prozent).

Hitze und ausbleibende Regenfälle bedrohen dem Bauernverband zufolge allerdings die Ernte - etwa von Weizen und Raps. Das kann zu höheren Preisen führen, sagten Experten. 

Quelle: ntv.de, rts

Regionales