Erhöhungen von 50 ProzentHandelsstreit mit den USA: Kanada will Gegenmaßnahmen für neue Zölle verkünden

Die kanadische Regierung will am Dienstag ihre Antwort auf die neuen US-Zölle verkünden.
Die Minister für Finanzen, Industrie und Arbeit sowie weitere Regierungsvertreter werden die Gegenmaßnahmen bei einer Pressekonferenz in Ottawa vorstellen, wie die Regierung mitteilte. Die Minister wollen demnach "neue Maßnahmen ankündigen, um kanadische Arbeitnehmer und Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten zu schützen und zu unterstützen".
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada war am Wochenende nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert. In der Nacht zu Samstag traten US-Zölle in Höhe von 50 Prozent unter anderem auf alkoholische Getränke, Milchprodukte, Hockeyschläger und Sperrholz aus Kanada in Kraft. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle, die sich insbesondere gegen die US-Stahl- und Milchindustrie richten und am 8. September in Kraft treten sollen.
US-Präsident Donald Trump verkündete am Montag außerdem eine Verdopplung der Zölle auf kanadische Fahrzeuge. Am 1. Januar würden die Zölle auf Pkw, Lkw sowie Autoteile und Stahl aus dem Nachbarland auf 50 Prozent erhöht, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Kanada habe die USA mit seinen Exporten "jahrelang über den Tisch gezogen", schrieb der US-Präsident zur Begründung.
Für kanadische Autos galt bisher ein US-Zoll von 25 Prozent, für Stahl galt für die meisten Produkte bereits ein Satz von 50 Prozent. Trump begründete die neuen Maßnahmen mit "lächerlich hohen Zöllen", die Kanada auf US-Agrarprodukte erhebe.
Die Volkswirtschaften der USA und Kanadas sind eng miteinander verflochten. Rund 70 Prozent aller kanadischen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten. Unter Trump haben sich die Beziehungen jedoch massiv verschlechtert. Dazu trugen auch die wiederholten Äußerungen des US-Präsidenten bei, das Nachbarland solle Teil der USA werden.