Kurznachrichten

"Israelische Aggression"Hisbollah-Chef verweigert Entwaffnung wegen anhaltender Angriffe Israels

05.08.2025, 18:42 Uhr
Die-Hisbollah-hat-im-Krieg-mit-Israel-starke-Rueckschlaege-eingesteckt
Die Hisbollah hat im Krieg mit Israel starke Rückschläge eingesteckt. (Foto: Bilal Hussein/AP/dpa)

Hisbollah-Chef Naim Kassem lehnt eine Entwaffnung seiner Miliz ab, solange Israel den Libanon weiter angreift. Solange die "israelische Aggression" andauere, könne die Hisbollah keinem Vorschlag für einen Zeitplan der Entwaffnung zustimmen, sagte Kassem am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Statt die Hisbollah und damit den "Widerstand" gegen Israel zu schwächen, solle die Regierung Pläne schmieden, um sich dem "Druck und den Drohungen" entgegenzustellen.

Das libanesische Kabinett war am Dienstag zusammengekommen, um darüber zu beraten, wie die staatliche Souveränität auf das gesamte Territorium des Libanon ausgeweitet und ausschließlich mit Hilfe von Regierungstruppen gesichert werden kann. Präsident Joseph Aoun hatte zuvor bekräftigt, die Regierung sei entschlossen, "allen bewaffneten Gruppen, darunter der Hisbollah, die Waffen abzunehmen".

In dem Krieg zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz war im November eine Waffenruhe vereinbart worden. Die israelische Armee greift jedoch immer wieder Ziele im Libanon an, nach eigenen Angaben vor allem die Hisbollah. Israel machte die Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für das Ende der Angriffe im Libanon. Neben Israel drängen die USA auf die Entwaffnung der Hisbollah. Washington versuche dies über Druck auf die Regierung in Beirut zu erwirken, biete jedoch keine Gegenleistung, sagte ein libanesischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

"Die USA verlangt vom Libanon, vollständig vor dem israelischen Feind zu kapitulieren, ohne irgendwelche Garantien" dafür, dass Israel die Waffenruhe einhalte, hieß es am Dienstag im Hisbollah-Sender Al-Manar. Die Hisbollah hatte unmittelbar nach dem Beginn des durch den Angriff der mit ihr verbündeten radikalislamischen Hamas auf Israel ausgelösten Gaza-Krieges im Oktober 2023 mit verstärktem Raketenbeschuss auf Israel begonnen. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen auf Ziele im Libanon und schließlich mit einer Bodenoffensive. Die Hisbollah gehört neben den Huthis im Jemen und der Hamas im Gazastreifen zu der vom Iran angeführten sogenannten "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales