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Stark von Importen aus Nahost abhängigHohe Ölpreise: Staaten in Asien reagieren mit Rationierungen oder Preisdeckeln

09.03.2026, 15:36 Uhr
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Ölpreise legen wegen Iran-Krieg deutlich zu (Archibild). (Foto: Eli Hartman/AP/dpa)

Die Ölpreise steigen und steigen - besonders betroffen sind asiatische Länder, die stark von Importen aus Nahost abhängig sind.

Die Ölpreise steigen und steigen - besonders betroffen sind asiatische Länder, die stark von Importen aus Nahost abhängig sind. Mehrere Regierungen in Asien haben bereits reagiert, um den Verbrauch von Öl einzuschränken oder die Folgen für die privaten Haushalte und Unternehmen abzumildern. In Myanmar etwa ordnete die Militärjunta an, dass Privatautos nur jeden zweiten Tag fahren dürfen. Zur Durchsetzung werden die Nummernschilder kontrolliert. Die Preise sind dagegen bislang nur leicht gestiegen, wie AFP-Reporter berichteten. Bangladesch begann damit, Treibstoff zu rationieren - in der Folge bildeten sich lange Schlangen an den Tankstellen. Die Kontrollen an Tankstellen wurden verschärft. Universitäten wurden geschlossen, um Strom zu sparen - und Innenminister Salahuddin Ahmed kündigte sogar an, die Festbeleuchtung zum Unabhängigkeitstag am 26. März werde reduziert.

Die Philippinen führten am Montag die Viertagewoche ein, um Sprit zu sparen. Präsident Ferdinand Marcos ordnete zudem an, dass Behörden ihren Verbrauch von Treibstoff und Strom um zehn bis 20 Prozent drosseln müssen. In Vietnam wurde der Zoll auf Sprit-Importe vorerst bis April auf null gesenkt. Das solle den Markt im Inland stabilisieren und die Energiesicherheit gewährleisten, erklärte die Regierung. Thailand erklärte schon vergangene Woche, die Öllieferungen für zwei Monate seien gesichert. Der Preis für Diesel wurde für 15 Tage gedeckelt. Südkorea importiert rund 70 Prozent des Rohöls aus Nahost. Präsident Lee Jae Myung kündigte am Montag ein "System zur Begrenzung der Preise für Erdölprodukte an", mit dem die Privathaushalte entlastet werden sollen.

Japan ist ebenfalls stark abhängig vom schwarzen Gold aus Nahost. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete am Montag, Japan wolle seine nationale Notreserve anzapfen. Die Regierung gibt an, die staatlichen und privaten Ölvorräte im Land reichten für 254 Tage, die LNG-Vorräte für drei Wochen. Taiwan hat sich nach Angaben von Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin 20 Lieferungen mit Flüssigerdgas (LNG) für März und April gesichert. Die Preise auf der Insel sollen demnach "so stabil wie möglich" bleiben - möglich soll dies eine "Formel zur Festlegung der Kraftstoffpreise" machen.

Wirtschaftsriese China forderte laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg die wichtigsten Raffinerien im Land auf, vorerst kein Benzin und Diesel mehr ins Ausland zu exportieren. Die Volksrepublik erhielt im vergangenen Jahr laut dem Wirtschaftsdienst Kpler rund 57 Prozent ihres Rohöls aus Nahost. Außenamtssprecher Guo Jiakun sagte am Montag, China ergreife die notwendigen Maßnahmen, um die Energiesicherheit zu gewährleisten, nannte aber keine Einzelheiten. Im Königreich Kambodscha erhöhte das Handelsministerium die Preise an den Tankstellen, vorerst für drei Tage. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, keinen Treibstoff zu horten. Die Reserven des Landes reichen den Angaben zufolge für drei Wochen. Indonesien blieb hart: Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa sagte am Freitag, sollten die Preise weiter steigen, könne der Staatshaushalt das nicht auffangen. Es gebe "keine andere Lösung, als die Last in gewisser Weise mit der Bevölkerung zu teilen": Die Kraftstoffpreise müssten steigen.

Quelle: ntv.de, afp

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