Durch AmnestieHuthis im Jemen lassen 159 regierungstreue Kämpfer frei

Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat im Zuge einer Amnestie 159 regierungstreue Kämpfer freigelassen.
Es handele sich um Kämpfer, die sich bei der jüngsten Offensive der Huthis im Westen des Jemen "freiwillig und ohne Widerstand" ergeben hätten, erklärte der Huthi-Vertreter Abdelkader al-Murtada am Samstag bei einer Pressekonferenz in Sanaa. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte, dass "159 Personen, die kürzlich im Rahmen des Konflikts festgenommen worden waren", von den Huthis freigelassen worden seien. Das IKRK habe den Gesundheitszustand der Inhaftierten überprüft, hieß es in der Erklärung weiter.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert Teile des Jemen, darunter weite Gebiete im Norden und die Hauptstadt Sanaa. Mit dem Iran-Krieg, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert. Unlängst übernahmen die Huthis nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Die jemenitische Regierung bekämpft die Huthis, wobei sie von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterstützt wird. Militärkreisen zufolge bewegt sich die Frontlinie kaum. In der Nacht zum Samstag wurden nach Angaben der Huthis bei saudiarabischen Angriffen drei Kinder getötet.
"Die Luftwaffe des saudiarabischen Feindes traf zivile Wohnhäuser" in Dörfern der Provinz Dhamar, wobei drei Kinder getötet und 17 weitere Menschen verletzt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur der Huthis, Saba. Diese Angriffe seien "mit international verbotenen Streubomben" erfolgt, hieß es weiter.
Insgesamt wurden nach Angaben der Huthi-Miliz bei saudiarabischen Angriffen seit Anfang September 115 Menschen getötet und weitere 305 Menschen verletzt. Die Huthis greifen ihrerseits zunehmend in Saudi-Arabien an und attackieren dort Flughäfen und Energieinfrastruktur. Bei einem Angriff auf den Flughafen der Hauptstadt Riad waren vor einer Woche 13 Menschen getötet worden.