Unfall am 11. Februar, HamburgICE-Unglück mit Todesopfer: Bericht sieht unerkannte Sicherheitsrisiken

Rund acht Monate nach dem Zusammenstoß eines ICE mit einem Lastwagen an einem Bahnübergang in Hamburg mit einem Toten und mehreren Verletzten verweist ein Unfall-Bericht auf Sicherheitsrisiken an dem Bahnübergang.
Diese seien nicht erkannt worden, heißt es in dem 64 Seiten umfassenden Papier der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung. Für lange Fahrzeuge habe es nur wenig Zeit gegeben, den Bahnübergang freizumachen. Das sei ursächlicher Faktor für den Unfall am 11. Februar gewesen. Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" berichtet.
Der ICE 613 von Kiel nach München war damals mit 291 Insassen an Bord mit dem Lastwagen zusammengestoßen, als sich dieser auf einem Bahnübergang im Stadtteil Rönneburg befand. Ein 55 Jahre alter Reisender erlitt so schwere Verletzungen, dass er trotz intensiver Behandlung im Rettungswagen starb.
Bei dem Todesopfer handelte es sich um den Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Professor Thomas Großbölting. Weitere 25 Menschen wurden bei dem Zusammenstoß des Zuges mit dem Sattelzug verletzt.
Über den Bahnübergang führt eine schmale Straße, die in einer scharfen Kehre über die Gleise und zu einem Gleisbau-Unternehmen führt.
Nach Medienberichten fuhr der Sattelzug zu langsam und schaffte es in der engen Kurve nicht rechtzeitig über die Gleise. In letzter Sekunde sei der Fahrer aus seinem Führerhaus gesprungen. Der Zug erfasste den Auflieger des Sattelzugs. Die schweren Bahnschienen auf der Ladefläche des Sattelzugs wurden durch den Aufprall weit über den Unfallort verstreut.