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Wachstumsprognose von 3 ProzentIWF-Chefin: KI-Investitionen liefern Anschub für Weltwirtschaft

12.10.2026, 11:49 Uhr
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(Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa)

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiterhin mit rund drei Prozent wachsen.

Hohe Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) seien dabei ein wichtiger Treiber, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am heutigen Montag in Bangkok, wo diese Woche die Herbsttagung der Finanzorganisation stattfindet. Es dürften vor allem asiatische Volkswirtschaften wie China, Indien und Thailand profitieren, die neben den USA die entsprechende Hardware liefern. Der Boom könne das Wachstum in den wirtschaftlich entwickelteren Ländern Asiens um einen halben bis einen ganzen Prozentpunkt steigern. In den Schwellenländern des Kontinents dürfte es dadurch um 0,2 bis 0,8 Prozentpunkte nach oben gehen.

Der IWF will am Dienstag seine neuen Prognosen für die Weltwirtschaft und die wichtigsten Länder veröffentlichen. Hohe Energiepreise durch den von den USA begonnen Krieg in Nahost hatten die Weltwirtschaft zuletzt belastet. Im Juli hatte der IWF für dieses Jahr ein globales Wachstum von 3,0 Prozent in Aussicht gestellt, das sich 2027 dann auf 3,4 Prozent erhöhen dürfte.

KI werde auch tiefgreifende Folgen für Arbeitsplätze, Bildung und die Steuereinnahmen der Staaten haben, ergänzte Georgiewa in der thailändischen Hauptstadt. Der IWF schätze, dass durch KI mit der Zeit 40 Prozent der Arbeitsplätze entweder aufgewertet, herabgestuft oder ganz abgeschafft werden könnten. Eine erste Studie zeige, dass in den USA bereits zehn Prozent der Arbeitsplätze KI-Kenntnisse erforderten. Während routinemäßige, sich wiederholende Tätigkeiten zurückgingen, nähmen Arbeitsplätze in den schlechter bezahlten Sektoren Bau und Rechenzentren zu. "Es ist eine transformative Technologie. Sie verändert völlig die Art, wie wir arbeiten und wie wir leben."

In einem neuen Buch des IWF, das Georgiewa am Montag vorstellte, heißt es, KI könne den Rückgang der Erwerbsbevölkerung in Teilen Asiens ausgleichen. Länder wie China, Japan und Südkorea könnten bis 2050 fast 25 Prozent ihrer Erwerbsbevölkerung verlieren. Dies könne durch KI-bedingte Produktivitätsgewinne ausgeglichen werden. Sollten die Länder das KI-Potenzial ausschöpfen, würden sie den demografischen Druck mehr als ausgleichen.

Krishna Srinivasan, Direktor der Asien- und Pazifik-Abteilung des IWF, warnte jedoch, dass die Politik die Vorteile von KI gegen das Risiko einer wachsenden Kluft zwischen den Ländern Asiens abwägen müsse. "Fortgeschrittene Volkswirtschaften sind zwar stärker betroffen, aber auch besser in der Lage, davon zu profitieren. Schwellenländer sind weniger betroffen, aber auch weniger in der Lage, die Vorteile zu nutzen."

Bei der Herbsttagung von IWF und Weltbank werden rund 18.000 Teilnehmer in Thailand erwartet. Insidern zufolge haben jedoch mehrere Minister abgesagt, darunter US-Finanzminister Scott Bessent und sein spanischer Kollege Arcadi España. Auch die Teilnahme von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wackelt. Er hat einen vor der Thailand-Reise geplanten Besuch in Indien bereits abgesagt, nachdem sich seine SPD durch den Rückzug von Co-Parteichefin Bärbel Bas neu aufstellen muss.

Quelle: ntv.de, rts

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