"Echte Entwarnung" bleibt ausIWH-Institut: Zahl der Firmenpleiten im Rückgang – dennoch vier Prozent mehr im Jahresvergleich

In Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten laut dem IWH-Institut zu Jahresbeginn zurückgegangen. Die Summe der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verringerte sich laut den von den Forschern aus Halle vorgelegten Daten zum Vormonat um acht Prozent auf 1391.
Das sind zugleich vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Januar der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie, lag die aktuelle Zahl sogar um 54 Prozent höher. Der Leiter der IWH-Insolvenzforschung, Steffen Müller, geht davon aus, dass im Februar und März weiterhin hohe Insolvenzzahlen zu erwarten sind. Ab April sei eine Entspannung möglich: "Derzeit spricht die Entwicklung somit eher für eine Stabilisierung auf hohem Niveau als für eine echte Entwarnung."
Wie eine Analyse zeigt, lag die Zahl der Insolvenzen im Januar in allen Branchen unter ihrem jeweiligen Höchstwert. Außerdem war sie in fast allen Branchen unter dem Zwölf-Monats-Durchschnitt. Bei der Zahl der betroffenen Jobs ergibt sich laut IWH ein ähnliches Bild, jedoch mit einer Ausnahme: In den unternehmensnahen Dienstleistungen waren im Januar mehr als 5000 Arbeitsplätze betroffen, und damit doppelt so viele wie im Zwölf-Monats-Durchschnitt. "Mehrere größere Personaldienstleister mussten aufgeben. Hinzu kamen eine größere Autovermietung sowie ein größerer Gebäudedienstleister", erläuterten die Forscher.
Der sogenannte IWH-Insolvenztrend gilt als ein Frühindikator für das Insolvenzgeschehen und die wirtschaftliche Entwicklung. Für seine Analysen wertet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.