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Pestel-StudieIn Deutschland fehlen 1,35 Millionen Wohnungen

26.08.2026, 10:53 Uhr
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In Deutschland fehlen einer neuen Studie zufolge bundesweit 1,35 Millionen Wohnungen.

"Das Wohnungsdefizit verharrt auf einem Rekordhoch", teilte das Forschungsinstitut Pestel am Mittwoch in Berlin mit. "Es werden so viele Wohnungen gebraucht wie lange nicht. Und es werden so wenige Wohnungen gebaut wie lange nicht. Beides kommt zusammen: Das ist toxisch", so Pestel-Chef Matthias Günther. Eine Verbesserung der Lage sei nicht absehbar. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, fehlen aktuell 364.000 Wohnungen. In Bayern sind es 220.000, in Baden-Württemberg 201.000, in Berlin mindestens 58.000 und in Hamburg 23.000.

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt. Zwar sind die Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr so stark gestiegen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Zahl nahm um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 126.300 zu. Trotzdem fürchten viele Experten, dass am Ende nicht mit mehr fertiggestellten Wohnungen zu rechnen ist. Laut Ifo-Institut dürften 2026 nur 185.000 Wohnungen fertiggestellt werden - ein 15-Jahres-Tief. Zum Vergleich: 2025 waren es 206.600 Einheiten. Der Bedarf liegt bei mindestens 300.000 Wohnungen pro Jahr.

Pestel-Experte Günther sagte, die Bundesregierung müsse den Wohnungsbau als strategische Aufgabe begreifen. Denn die Misere auf dem Wohnungsmarkt kostet Wirtschaftswachstum. Und den Staat viel Geld: "Allein bei der Umsatzsteuer habe er im vergangenen Jahr 5,1 Milliarden Euro und bei der Grunderwerbsteuer 1,9 Milliarden Euro weniger eingenommen als dies bei einer noch stabilen Bautätigkeit von rund 300.000 Wohneinheiten pro Jahr der Fall gewesen wäre."

Wegen des stockenden Wohnungsbaus gibt es auch immer mehr Probleme auf dem Arbeitsmarkt. "Arbeits- und Wohnungsmarkt matchen nicht mehr", so Günther. Dies gelte vor allem für Großstädte und die wirtschaftsstarken Bundesländer im Süden. "Menschen ziehen nicht zum neuen Arbeitsort, wenn sie dort keine Wohnung finden, die sie sich auch leisten können." Der Mangel führe zudem zu überbelegten Wohnungen und explodierenden Mieten. "Beides schürt sozialen Frust und politische Unzufriedenheit."

Quelle: ntv.de, rts

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