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DIW-StudieIndustrieverluste am Arbeitsmarkt geringer als bislang angenommen

05.08.2026, 11:55 Uhr
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Der Rückgang der Industriebeschäftigung in Deutschland fällt einer Studie zufolge deutlich geringer aus als angenommen.

Zwischen 1975 und 2019 verschwanden zwar rund 1,5 Millionen produktionsnahe Jobs im Verarbeitenden Gewerbe, wie aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Gleichzeitig entstanden jedoch auch mehr als eine Million vergleichbare Stellen bei Dienstleistern. Damit wurden rund zwei Drittel der weggefallenen Industriearbeitsplätze durch ähnliche Tätigkeiten im Servicesektor ersetzt. Der Nettoverlust produktionsnaher Arbeitsplätze summiere sich daher auf etwa eine halbe Million binnen 45 Jahren.

Für viele Beschäftigte fallen die Einkommensverluste bei einem Arbeitsplatzwechsel gering aus, sofern sie ihre beruflichen Kompetenzen weiter anwenden können. "Der Dienstleistungssektor ist kein einheitliches Auffangbecken für gering bezahlte Tätigkeiten", schreiben die Autoren Thilo Kroeger (DIW) und Dominik Boddin (Bundesbank) in ihrer Studie, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorab vorlag. "Er umfasst auch wissensintensive und produktionsnahe Bereiche." Dazu zählen etwa IT, Qualitätskontrolle, Design, Analytik, Logistik, Wartung, technische Planung und andere ausgelagerte Funktionen industrieller Wertschöpfung.

Weiterbildung und Vermittlung sollten dies gezielt nutzen. Sie könnten Beschäftigten mit Produktionserfahrung dabei helfen, ihre Kompetenzen weiter einzusetzen, statt in fachfremde Tätigkeiten zu wechseln, in denen die Einkommensverluste deutlich größer sind. "Man sollte nicht versuchen, Branchen und Arbeitsplätze in Branchen zu erhalten", sagte DIW-Experte Kroeger. Stattdessen sollten die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in verwandte Berufe mit vergleichbaren Aufgaben weitervermittelt werden - "unabhängig davon, welche Branchen das sind".

Der Abbau von Industriejobs hat sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt - auch wegen der stärkeren Konkurrenz aus China und höherer US-Zölle. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge ist die Zahl der Beschäftigten in der Industrie 2025 auf ein Zehnjahrestief von 6,6 Millionen gefallen.

Quelle: ntv.de, rts

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