ZEW-UmfrageIran-Krieg steigert Konjunktur-Skepsis der Börsianer

Der Iran-Krieg lässt Finanzexperten immer pessimistischer für die deutsche Wirtschaft werden.
Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate sank im April um 16,7 Punkte auf minus 17,2 Zähler und damit den zweiten Monat in Folge, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 192 Investoren und Analysten mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf minus 5,0 Punkte erwartet.
"Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs für die deutsche Konjunktur gehen weit über den Anstieg der Preise hinaus", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach die Umfrageergebnisse. "Die Sorge vor einer längerfristigen Verknappung des Energieangebots hemmt Investitionen und schwächt die Wirkung staatlicher Impulse."
Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im April ebenfalls schlechter ein: Dieses Barometer fiel um 10,8 Punkte und verharrte mit minus 73,7 Zählern tief im negativen Bereich.
"Eine schwere Ölkrise bleibt das Horrorszenario, trotz aller Hoffnungen auf eine Konfliktbeilegung", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. "So oder so wird die Wirtschaft in diesem Jahr weniger wachsen als Ende 2025 noch erhofft."