Einsatz im WestjordanlandIsraels Armee startet neue Militäroperation

Israel hat im Westjordanland einen neuen Militäreinsatz gestartet. Es handle sich um eine Anti-Terror-Operation, teilte das Militär am Mittwoch mit.
Der Einsatz habe am Morgen begonnen. Ziel war die Stadt Tubas im Norden des von Israel besetzten Palästinensergebiets. Nach Angaben des Gouverneurs von Tubas, Ahmed Al-Asaad, umstellten israelische Streitkräfte die Stadt und bezogen in mehreren Vierteln Stellung. Sie seien von einem Hubschrauber unterstützt worden, der auch geschossen habe, sagte Al-Asaad der Nachrichtenagentur Reuters. Es habe Festnahmen gegeben. Bewohner seien angewiesen worden, ihre Häuser zu verlassen und nicht zurückzukehren, bevor der Einsatz beendet sei. Nach Einschätzung der Gouverneurs könne dies einige Tage dauern. Das Militär machte dazu zunächst keine Angaben.
Der Einsatz in Tubas scheint eine Ausweitung einer Militäroperation zu sein, die im Januar in der Stadt Dschenin im nördlichen Westjordanland begann. Diese Operation wurde seither auf andere palästinensische Städte im Norden des Westjordanlandes ausgedehnt. Tausende Bewohner wurden aus ihren Häusern vertrieben. Gleichzeitig räumten israelische Truppen Flüchtlingslager im Norden des Westjordanlands. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft Israel Kriegsverbrechen und Zwangsvertreibungen vor. Israel bestreitet die Begehung solcher Verbrechen. Nach Darstellung der Regierung gehen die Soldaten gegen militante Palästinenser vor. Die Gewalt im Westjordanland eskalierte vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten. Die radikal-islamische Hamas, die im Oktober einer Waffenruhe im Gazastreifen zustimmte, verurteilte den jüngsten Militäreinsatz und rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf.