Warnt vor Juden- und IsraelhassIsraels Botschafter zeigt sich besorgt über mögliche linksgeführte Regierung in Berlin

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat sich besorgt über eine mögliche linksgeführte Regierung in Berlin geäußert.
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat sich besorgt über eine mögliche linksgeführte Regierung in Berlin geäußert. Er blicke "mit großer Sorge" auf die "Koalitionsverhandlungen in Berlin und ein mögliches Bündnis mit der Linken", sagte Prosor der "Bild"-Zeitung am Sonntag. "Die Hauptstadt ist Deutschlands Schaufenster zur Welt. Es wäre ein fatales Signal, wenn ausgerechnet hier Juden- und Israelhass wieder salonfähig werden."
Die Linke hatte die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September deutlich gewonnen. Am Samstag einigte sich die Partei mit Grünen und SPD in den Sondierungsgesprächen auf die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen für eine künftige Regierung. Überschattet wurden die Gespräche zwischen den drei Parteien von Anfang an von Antisemitismusvorwürfen gegen einzelne Linken-Mitglieder.
"Die Meinungsfreiheit darf nicht zur Aufhetzungsfreiheit werden", sagte Prosor vor dem Hintergrund des Gedenkens am Sonntag am Mahnmal "Gleis 17", von wo aus zehntausende Berliner Juden von den Nationalsozialisten in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden waren. "Die Geschichte lehrt uns: Bei Antisemitismus muss eine rote Linie gezogen werden. Erst trifft es die Juden und dann alle anderen."