Kurznachrichten

Bis zu 700 Menschen pro WocheJemen: Zahl der Kriegsverletzen überlastet Kliniken

14.10.2026, 14:46 Uhr
image

Die schweren Kämpfe im Jemen führen laut dem Roten Kreuz zu katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern des bereits von Kriegen und Krisen gezeichneten Landes.

Die Zahl der Verletzten sei zuletzt drastisch gestiegen, teilte das Rote Kreuz am Mittwoch mit. Manche Kliniken in Kampfgebieten müssten so viele durch Waffengewalt verletzte Menschen aufnehmen wie noch nie zuvor - mitunter mehr als 700 pro Woche. Das Personal in den Notaufnahmen stehe unter enormem Druck, erklärte ICRC-Gesundheitskoordinator Feras Abusamra. Nur ein kleiner Teil der noch funktionierenden Einrichtungen im Jemen könne überhaupt Schwerverletzte versorgen. Es fehle an chirurgischem Material, Narkosemitteln, Sauerstoff und Medikamenten.

Das Gesundheitssystem im Jemen sei durch mehr als ein Jahrzehnt Krieg, Wirtschaftskrise, Vertreibung und Krankheitsausbrüche bereits geschwächt, warnte das Rote Kreuz. Das System wäre bei einer weiteren Eskalation der Kämpfe kaum in der Lage, einen erneuten starken Anstieg der Opferzahlen zu bewältigen. Im Jemen kämpfen vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen gegen Regierungstruppen, die wiederum Saudi-Arabien hinter sich wissen. Für Schlagzeilen sorgten zuletzt vor allem Angriffe der Huthis auf Ziele in Saudi-Arabien, darunter auf den internationalen Flughafen in der Hauptstadt Riad.

Doch die Kämpfe blockieren auch dringend benötigte Nothilfe für 800.000 Menschen in der Stadt Tais und anderen Konfliktgebieten, wie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) mitteilte. Tais ist die drittgrößte Stadt des Landes und nimmt derzeit die meisten Flüchtlinge auf. Einige Bezirke seien wegen der Kämpfe unzugänglich, so das WFP. Die Mehlvorräte seien fast erschöpft, bald drohe man auf den Märkten nichts mehr zu essen zu bekommen. "Dies ist eine Situation, die sich schnell zu einer humanitären Katastrophe ausweiten kann, wenn die Hilfe nicht sicher transportiert wird und die Bedürftigsten erreicht", sagte der WFP-Länderdirektor für den Jemen, El-Khidir Daloum. Laut der UN-Organisation für Migration sind seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe mehr als 200.000 Menschen im Jemen vertrieben worden.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales