Reaktion aus NATO-PartnerlandLitauens Staatschef zeigt sich nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt enttäuscht

Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird auch im deutschen Nato-Partnerland Litauen aufmerksam beobachtet.
Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat sich angesichts des AfD-Erfolgs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt enttäuscht und besorgt gezeigt. «Ich betrachte es als Enttäuschung», sagte er litauischen Medienberichten zufolge in Vilnius. «Wahrscheinlich war es leider die Art von Enttäuschung, die man anhand soziologischer Umfragen und der Stimmung in Deutschland hätte vorhersagen können». Der Wahlausgang zeige, dass Wähler ihre Stimme nicht nur nach außenpolitischen Gesichtspunkten abgäben.
«Der Aufstieg populistischer Kräfte und deren zunehmender Einfluss in einigen deutschen Bundesländern geben Anlass zur Sorge. Und zweifellos könnte dies in den kommenden Jahren auch das Kräfteverhältnis in der deutschen Politik verschieben», sagte Nauseda. Zugleich äußerte das litauische Staatsoberhaupt die Erwartung, dass die deutsche Politik gegenüber Litauen auch in Zukunft «sehr freundlich und konstruktiv» bleiben werde. Auch erwarte er, dass die beiden Länder die eingegangene Verpflichtung zur Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen einhalten werden.
Die Bundeswehr baut in dem an Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad und Moskaus Verbündeten Belarus grenzenden Litauen die Panzerbrigade 45 auf. Sie wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt und im Frühjahr 2025 formal in Dienst gestellt. Die Truppe soll bis 2027 auf etwa 4.800 Soldaten und 200 zivile Mitarbeiter der Bundeswehr anwachsen. Hauptstandort der Brigade soll eine von Litauen finanzierte und sich noch im Bau befindende Kaserne mit Truppenübungsplatz in Rudninkai sein.