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Streik vorerst abgewendetLufthansa und Pilotengewerkschaft vereinbaren Schlichtungsverfahren 

11.08.2026, 10:12 Uhr
Blick-auf-eine-Heckflosse-einer-Lufthansa-Maschine-am-Frankfurter-Flughafen
(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wollen die schwelenden Tarifkonflikte nach den kostspieligen Streiks im Frühjahr mit Schlichtungen lösen.

Wie die VC am Montagabend in einem Rundschreiben an die Mitglieder mitteilte, wurden Schlichtungsverfahren für die Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und den Ferienflieger Eurowings vereinbart. Diese seien wesentlicher Bestandteil einer Verfahrensvereinbarung, die zudem eine Mediation über "weitere Themen unserer Tarifbeziehungen" umfassen soll. Die Lufthansa bestätigte die Einigung mit der VC. Weitere Streiks der Pilotinnen und Piloten drohen damit vorerst nicht.

Im Streit über die betriebliche Altersvorsorge der Piloten und einen Manteltarifvertrag für das Kabinenpersonal, den deren Gewerkschaft UFO verbessern will, waren die Arbeitskämpfe im April eskaliert. Beide Gewerkschaften streikten abwechselnd und legten so den Flugbetrieb der Lufthansa sechs Tage in Folge größtenteils lahm. Darunter litten Hunderttausende Passagiere. Die Lufthansa kosteten die Arbeitskämpfe im ersten Halbjahr insgesamt fast 200 Millionen Euro. Die Streiktage im April rund um die Jubiläumsfeier der Lufthansa zum 100. Jahrestag der ersten Firmengründung hatten das Management besonders erbost. Der Lufthansa-Vorstand beschloss kurzfristig, die schon geplante Schließung der Regionalfluggesellschaft Cityline vorzuziehen und stellte den Betrieb von heute auf morgen ein.

"Wir sehen in dem vereinbarten Verfahren sowohl Chancen als auch Risiken", erklärte der VC-Vorstand in dem Schreiben. Die Verfahrensvereinbarung sehe Ausstiegsmöglichkeiten für beide Seiten vor, falls die angestrebten Ziele nicht erreicht werden könnten. Die VC fordert für die knapp 5000 Piloten höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Das lehnte die Lufthansa ab. Die Kosten für Streiks und Belastungen durch die mit dem Irankrieg stark gestiegenen Kerosinkosten drückten den Betriebsgewinn der Airline-Gruppe im zweiten Quartal um mehr als die Hälfte auf 383 Millionen Euro.

Auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) berichtete vergangene Woche, es gebe einen neuen Anlauf zu einer Lösung am Verhandlungstisch. Nach einem moderierten Workshop mit dem Arbeitgeber im Juli hält es die Gewerkschaft grundsätzlich für möglich, ohne weitere Eskalation zu einer Einigung kommen zu können. Dabei gebe es aber "unzählige Stellen, an denen wir aus der Kurve fliegen können".

Quelle: ntv.de, rts

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