Krieg eskaliertMehr als 50 Tote bei Drohnenangriff auf Markt im Sudan

Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt im Süden des Sudans sind nach Angaben örtlicher Behörden mehr als 50 Menschen getötet worden.
"Am Montag führten die sudanesischen Streitkräfte einen verheerenden Angriff auf den Markt aus", erklärte die Verwaltung der Region Abyei am Dienstag. Demnach wurden 53 Menschen getötet und mindestens 27 weitere "schwer verletzt". Die Zahl der Toten könne "leider noch steigen".
Den Angaben der lokalen Behörden zufolge befanden sich Frauen, Kinder, ältere Menschen, Markthändler und Flüchtlinge unter den Opfern.
Sowohl der Sudan als auch der Südsudan beanspruchen die Region Abyei für sich. Das südsudanesische Außenministerium erklärte, den sudanesischen Botschafter einbestellt zu haben. Juba verurteile den Angriff "aufs Schärfste".
Bei einem weiteren Drohnenangriff waren am Montag in der Stadt al-Dibab nach Angaben von Augenzeugen und Medizinern mindestens 80 Menschen getötet worden. Die lokalen Behörden machten die sudanesische Armee für die Attacke verantwortlich.
Die RSF-Miliz beschoss am Montag ihrerseits die Hauptstadt Khartum und tötete vier Menschen in einem Haus in der Nähe des Flughafens. Die sudanesische Armee gab zudem an, dass ihre Luftabwehr mehrere RSF-Drohnen abgefangen habe.
Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter Angriffe auf Zivilisten.