Bundesnetzagentur warntMüller erwartet mittelfristig höhere Gaspreise in Deutschland

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, erwartet mittelfristig höhere Gaspreise in Deutschland.
"Wir sehen sehr viel Unsicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus. Das wiederum heißt: Gasverbraucher, Mieter sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen", sagte Müller dem Nachrichtenportal t-online. Das sei nicht zu vermeiden. Aktuell gebe es kein Anzeichen dafür, dass sich die Lage auf dem Gasmarkt dauerhaft entspanne.
Müller betonte, die Preise für Erdgas seien aktuell bei weitem nicht so hoch wie 2022 nach dem Beginn des Ukrainekriegs. Auch gebe es trotz des Iran-Kriegs genug Gas auf den Weltmärkten. "Dort können wir immer einkaufen, auch wenn das durch den Iran-Krieg teurer geworden ist".
Die Gashändler forderte der Chef der Netzagentur auf, mehr Gas für den Winter einzuspeichern. Es sei ausreichend Gas verfügbar, sagte er t-online. "Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Gashändler seinen Kunden erklären möchte, dass es im Winter nicht genug Gas gibt, weil er nicht ausreichend vorgesorgt hat." Er erwarte, "dass die Gashändler ihrer Verantwortung nachkommen".
Die Gasspeicher in Deutschland waren am Montag laut der europäischen Plattform zur Gasspeicherung (Agsi) zu 49,9 Prozent gefüllt. In der EU lag der Füllstand bei rund 61 Prozent. Die Initiative Energien Speichern (Ines) hatte Anfang Juli bei einem Füllstand von 41 Prozent erklärt, technisch sei eine Befüllung der deutschen Speicher bis 1. November auf 76 Prozent möglich. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzten aber "kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas" und gefährdeten damit die Versorgungssicherheit im Winter. Ines ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher.