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"Morgen werden wir sehen."Netanjahu: Israel kontrolliert rund 60 Prozent des Gazastreifens

15.05.2026, 16:19 Uhr
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht während einer Pressekonferenz in Jerusalem (zu dpa: «Iran-Krieg ist für Netanjahu noch nicht beendet») +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: picture alliance/dpa/Pool Reuters)

Mehr als sieben Monate nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen kontrolliert Israel nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rund 60 Prozent des Palästinensergebiets.

Mehr als sieben Monate nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen kontrolliert Israel nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rund 60 Prozent des Palästinensergebiets. Nach dem Ende des Gazakrieges, der durch den Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war, sei Israels Armee entgegen den Forderungen einiger "nicht abgezogen". "Heute kontrollieren wir 60 Prozent", sagte Netanjahu und fügte hinzu: "Morgen werden wir sehen."

Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten 1221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive im Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.

Eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist seit Oktober 2025 in Kraft. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Gemäß der Einigung sollten sich die israelischen Streitkräfte hinter eine sogenannte Gelbe Linie im Gazastreifen zurückziehen - was ihnen weiterhin die Kontrolle über mehr als 50 Prozent des von der Hamas beherrschten Küstengebiets ermöglicht.

Netanjahus Äußerungen deuten nun erstmals offiziell darauf hin, dass die Armee ihre Präsenz im Gazastreifen ausweitet. In den vergangenen Wochen hatten Medien bereits berichtet, dass die Streitkräfte bis zu einer neuen, sogenannten Orangenen Linie vorgerückt seien.

Im Zuge der ersten Phase des Waffenruhe-Abkommens waren die letzten Menschen freigelassen worden, die von der Hamas und ihren Verbündeten am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen entführt worden waren. Im Gegenzug ließ Israel palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen frei. Die zweite Phase sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, um erneute Massaker wie das vom 7. Oktober auszuschließen. Bisher ist dies aber nicht geschehen. Laut israelischen Medienberichten bereitet sich die Armee auf die Wiederaufnahme der Kämpfe im Gazastreifen vor, sollte sich die Hamas ihrer vereinbarten Entwaffnung weiterhin verweigern.

Quelle: ntv.de, afp

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