HessenMillionenzuschuss des Landes für Sanierung von Ledermuseum

Das Ledermuseum in Offenbach steht vor einer umfassenden Sanierung. Bund, Land und Stadt bringen dafür bis zu 31,5 Millionen Euro auf.
Wiesbaden/Offenbach (dpa/lhe) - Das Ledermuseum in Offenbach soll umfassend saniert und neu konzipiert werden - und kann dabei auch auf millionenschwere Unterstützung des Landes Hessen setzen. Wie Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) mitteilte, ist dafür eine Summe von bis zu elf Millionen Euro vorgesehen. "Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern ein attraktives Museumserlebnis bieten", sagte er. "Dazu gehört auch, dass ein Museum zeitgemäße Funktionsbereiche für moderne Museumsarbeit in allen Aufgabenbereichen hat."
Die Bundesregierung hat bereits eine Förderung von bis zu 20 Millionen Euro zugesagt. Die Stadt Offenbach trägt die Verantwortung für die Umsetzung des Projekts mit einem Gesamtbudget von bis zu 31,5 Millionen Euro, sie übernimmt Baurisiken sowie mögliche Kostensteigerungen. Einer entsprechenden Absichtserklärung zwischen dem Land und der Stadt Offenbach muss die Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai noch zustimmen.
Museum wurde 1917 gegründet
Offenbach galt einst als "Lederstadt", sie war ein weltweit bedeutender Standort der Lederwarenindustrie. Das 1917 gegründete Museum hat über 30.000 Objekte zur Kulturgeschichte des Werkstoffs Leder gesammelt. Zu den berühmtesten Exponaten zählen die Turnschuhe des Grünen-Politikers Joschka Fischer, die er 1985 bei seiner Vereidigung als Minister 1985 im hessischen Landtag trug - das galt damals als unerhört und sorgte für einen kleinen Skandal.
Vor den Bauarbeiten müssen die Objekte ausgelagert, gereinigt und digital erfasst werden. Das Museum plant eine letzte große Ausstellung von Juni 2026 bis Anfang 2027, danach folgt die Generalsanierung.