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Bis 2050Nordsee-Anrainer wollen Ausbau von Offshore-Windenergie massiv beschleunigen

23.01.2026, 14:23 Uhr
Die-US-Regierung-hat-Leasingvertraege-und-Bauarbeiten-fuer-fuenf-grosse-Offshore-Windenergieprojekte-an-der-Ostkueste-voruebergehend-ausgesetzt
(Foto: Michael Dwyer/AP/dpa)

Die Anrainerstaaten der Nordsee - darunter EU-Mitglieder, Großbritannien und Norwegen wollen den Ausbau der Windenergie auf See mit grenzübergreifenden Großprojekten massiv beschleunigen.

Die beteiligten EU-Staaten und Großbritannien wollen bis 2050 allein durch solche Kooperationsprojekte bis zu 100 Gigawatt (GW) an Stromerzeugungskapazität schaffen. Das geht aus dem Entwurf für eine Erklärung des für Montag geplanten Nordsee-Gipfels in Hamburg hervor, der Reuters am Freitag vorlag. Dies Ziel entspricht einem Drittel der bereits vereinbarten 300 Gigawatt Gesamtkapazität in der Nordsee.

Die Nordsee solle zum "grünen Kraftwerk für Europa" werden, heißt es in dem Entwurf. Kern der Pläne sind Kooperationsprojekte wie hybride Windparks, die über Netzanbindungen mit mehr als einem Land verbunden sind. Als erster Meilenstein sollen bis in die 2030er Jahre Projekte mit einer Leistung von bis zu 20 Gigawatt umgesetzt werden. Zu den Unterzeichnern gehören neben Deutschland auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Großbritannien.

Die Nordsee-Staaten wollen damit auf den wachsenden Druck auf die Offshore-Windindustrie reagieren. Gestiegene Finanzierungs- und Bauteilkosten sowie Unsicherheiten bei der Stromnachfrage hatten zuletzt in mehreren Nordsee-Staaten zu erfolglosen Auktionen für Windparks geführt. Um private Investitionen zu mobilisieren, ist die Einrichtung eines "Offshore-Finanzierungsrahmens" (OFF) geplant. Weitere Schwerpunkte der Erklärung sind die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, die Stärkung der Lieferketten und der Schutz der Infrastruktur auf See.

In Deutschland waren 2025 erstmals Ausschreibungen für Offshore-Windkapazitäten ohne Gebote geblieben. Für zwei zentral voruntersuchte Flächen in der Nordsee mit zusammen 2,5 Gigawatt Leistung gingen im August keine Angebote ein. Branchenverbände werteten das Ergebnis als Warnsignal für den Ausbau: Hohe Projekt- und Finanzierungskosten, schwankende Strompreise sowie das Ausschreibungsdesign ohne Preisabsicherung hätten das Risiko für Entwickler erhöht.

Quelle: ntv.de, rts

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