Hoffnung auf EntspannungÖkonomen erwarten nach Iran-Abkommen neuen Konjunkturimpuls für Deutschland

Das angekündigte Abkommen zum Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran dürfte wieder für mehr Konjunktur-Optimismus in Deutschland sorgen.
"Eine Einigung wäre ein Befreiungsschlag, sofern es zu einer raschen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus käme", sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Dann dürften sich die Ölpreise weiter entspannen. "Niedrigere Energiekosten wiederum wären eine Wohltat für die deutsche Wirtschaft - Unternehmen und Verbraucher könnten durchatmen." Der Iran-Krieg habe aber bereits realwirtschaftliche Schäden angerichtet. "Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus wäre also eine Schadensminimierung", betonte Gitzel mit Blick auf die für die Energie- und Rohstoffversorgung so wichtige Meerenge, die derzeit noch vom Iran blockiert ist.
Ähnlich äußerte sich die Commerzbank. "Nach der grundsätzlichen Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA sind wichtige Fragen noch ungeklärt", sagte Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Wir erwarten weiter ein Übergangsszenario mit zwischenzeitlichen Rückschlägen." Die Ölpreise dürfen dann nach dem jüngsten starken Rückgang etwas weniger stark schwanken als bisher angenommen. "Insofern begrenzt das Abkommen die Abwärtsrisiken für die Konjunktur." Die Commerzbank erwarte für Deutschland und die Euro-Zone für dieses Jahr weiter nur ein mageres Wachstum von je 0,6 Prozent. "Der konjunkturelle Schaden ist allerdings schon eingetreten und beträgt nach unseren Berechnungen mit Blick auf das durchschnittliche Wachstum 2026 sowohl für den Euroraum als auch für Deutschland 0,4 Prozentpunkte", betonte Krämer.