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Bilanz zur MigrationÖsterreich verzeichnet 2025 deutlich weniger Asylanträge

23.01.2026, 12:06 Uhr
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(Foto: dpa)

Österreich hat im Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang der Asylanträge verzeichnet und gleichzeitig so viele Abschiebungen durchgeführt wie noch nie.

Das sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien, wo er gemeinsam mit Vertretern der Sicherheitsbehörden Bilanz zur Asylpolitik zog. Der konservative Politiker wertete die Entwicklung als Bestätigung für den verschärften Kurs der Regierung, kündigte zugleich aber weitere Härte an. "Wir sind noch nicht zufrieden", sagte Karner mit Blick auf das erklärte Ziel einer illegalen Migration "gegen Null". Karner verfolgt damit eine ähnliche Politik wie der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Im vergangenen Jahr wurden laut Innenministerium 16.284 Asylanträge gestellt – um 36 Prozent weniger als im Jahr 2024 und um mehr als 70 Prozent weniger als 2023. Besonders stark gesunken sei die Zahl der sogenannten Erstanträge, also von Personen, die erstmals neu nach Österreich kamen. Diese belief sich 2025 auf 6849 - ein Rückgang von 33,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Karner führte das auf mehrere Maßnahmen zurück, darunter den Stopp des Familiennachzugs für Asylberechtigte ab Juli 2025. Im vierten Quartal seien lediglich 25 Personen über den Familiennachzug nach Österreich gekommen, nach rund 3400 im gleichen Zeitraum 2023.

Gleichzeitig habe die Regierung ihre Abschiebeoffensive fortgesetzt. Insgesamt mussten 2025 laut Karner 14.156 Menschen Österreich verlassen – die höchste Zahl an Abschiebungen und Rückführungen in einem Jahr. Rund 48 Prozent davon seien zwangsweise erfolgt. Etwa 3300 der Abgeschobenen seien verurteilte Straftäter gewesen. "Ein Asylsystem kann nur funktionieren, wenn es streng, hart und damit gerecht ist – für die Bevölkerung und für jene, die tatsächlich Schutz benötigen", so Karner.

Quelle: ntv.de, rts

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