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Studie zur Ost-West-RepräsentationOstdeutsche bleiben in Führungspositionen unterrepräsentiert

24.08.2026, 10:03 Uhr
Von-einer-paritaetischen-Besetzung-in-Aufsichtsrat-und-Vorstand-seien-die-meisten-Unternehmen-noch-weit-entfernt-so-die-Analyse-von-Fidar
(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Menschen aus Ostdeutschland sind in Spitzenpositionen in Behörden, Unternehmen und anderen Organisationen weiterhin unterrepräsentiert.

Ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen - von 10,9 Prozent im Jahr 2018 auf 12,1 Prozent im Jahr 2024, wie ein Forschungsteam der Universitäten Leipzig und Jena sowie der Hochschule Zittau-Görlitz am Montag mitteilte. Das ist jedoch weiterhin weniger als ihr Bevölkerungsanteil. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Bereichen.

Der Anstieg der Ostdeutschenquote ist den Forschern zufolge vor allem in der öffentlichen Verwaltung und in der Wissenschaft deutlich. In den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Sicherheit und Zivilgesellschaft hingegen zeigten sich sogar leichte Rückschritte. In der Politik, im Militär, den Medien, religiösen Organisationen, Gewerkschaften und der Justiz gab es nur minimale Anstiege oder keine Veränderungen.

"Unsere Analysen verdeutlichen, dass die geringe Präsenz Ostdeutscher in Spitzenpositionen nicht allein eine Nachwirkung des Systemwechsels in der DDR und ihres Beitritts zur Bundesrepublik ist", erklärte der Leipziger Politikwissenschaftler Lars Vogel. "Eine Rolle spielen auch unterschiedliche Karrierewege, regionale Strukturen, Zugänge zu Netzwerken und die Frage, welche Erfahrungen und Lebensläufe bei Auswahlentscheidungen als passend wahrgenommen werden."

Die Ergebnisse des sogenannten Elitemonitors des Forschungsteams zeigen zudem, dass sich die Unterrepräsentation nur bedingt mit der Zeit von selbst abbaut, wie die Forscher ausführen. "Es gab und gibt formelle und informelle Aufstiegshemmnisse", erklärte die Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz. Die Forschenden empfehlen Politikern und Verantwortlichen in Unternehmen, Behörden und Organisationen daher, gezielt gegenzusteuern.

Quelle: ntv.de, AFP

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