Bei BedrohungPutin droht Nato mit "Einsatz aller Waffen"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat für den Fall einer Bedrohung der russischen Exklave Kaliningrad mit dem Einsatz des gesamten militärischen Arsenals gedroht.
Militärmanöver und die Festsetzung russischer Schiffe stellten eine Eskalation dar, sagte Putin am Donnerstag auf einem Forum in Moskau. Sollte eine Bedrohung für Kaliningrad entstehen, werde Russland den Einsatz aller Waffen in seinem Arsenal in Erwägung ziehen. In diesem Fall sei es unvermeidlich, dass die Nutzung aller verfügbaren Mittel auf die Tagesordnung rücke. Russland wolle niemanden einschüchtern oder angreifen, werde aber auf Aggressionen reagieren. Putin sagte zudem, Russland plane nicht, irgendein Land in Europa anzugreifen, weder im Jahr 2030 noch im Jahr 2050.
Putin nahm das Wort Atomwaffen nicht in den Mund. Da Russland aber Atomwaffen besitzt, würden auch sie gemäß seiner Definition im Fall der Fälle zum Einsatz kommen können. Am Mittwoch hatte Russland der Nato in einem informellen Schreiben mit dem Einsatz des gesamten Waffenarsenals gedroht, sollte das Militärbündnis versuchen, Kaliningrad zu isolieren. Die stark militarisierte russische Exklave liegt an der Ostsee und ist ansonsten von den Nato-Staaten Polen und Litauen umgeben.
Nur kurz vor Putins Äußerungen am Donnerstag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz vor einer wachsenden Gefahr durch Russland für Deutschland und Europa gewarnt. "Wir stellen uns auf weitere hybride Angriffe ein, auch auf schwere", sagte Merz in einer außenpolitischen Grundsatzrede in Münster.