Betrug im Bergbau vermutetRazzien bei kongolesischer Präsidentenfamilie in Belgien

In Belgien hat die Polizei wegen des Verdachts des Betrugs bei der Förderung von Bodenschätzen mehrere Wohnsitze von Angehörigen des Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, durchsucht.
Im Zuge strafrechtlicher Ermittlungen wegen Geldwäsche gab es am Mittwoch unter anderem in Brüssel mehrere Hausdurchsuchungen, wie die Nachrichtenagentur am Samstag aus mit dem Fall vertrauten Kreisen erfuhr.
Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen eingeleitet, nachdem im vergangenen Jahr drei kongolesische Nichtregierungsorganisationen in Brüssel Anzeige erstattet hatten. Die NGOs vermuten Betrugsfälle im Bergbausektor der Demokratischen Republik Kongo.
Der im Namen der NGOs handelnde belgische Anwalt Bernard Maingain hatte erklärt, sein Antrag richte sich gegen "neun Mitglieder der Präsidentenfamilie", die alle die belgische Staatsangehörigkeit besitzen und im Verdacht stehen, in ein "System der Ausbeutung" kongolesischer Bodenschätze verwickelt zu sein.
Seinen Angaben zufolge betreffen die mutmaßlichen betrügerischen Praktiken Bodenschätze in der kongolesischen Provinz Katanga im Südosten des Landes und den Umgang mit Bergbauabfällen, insbesondere Kobalt.
Im Jahr 2024 hatte Enact, eine Initiative zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität in Afrika, im Zusammenhang mit der Kobaltförderung in Katanga Schmuggelpraktiken und "geheime Absprachen zwischen illegalen Bergleuten, organisierten kriminellen Banden und staatlichen Akteuren" angeprangert.