Rund 100.000 TeilnehmerRechte Demo in London: Britische Regierung untersagt Einreise für mehrere Aktivisten

Rund 100.000 Menschen kamen im September zu einer Demo des Rechtsextremen Tommy Robinson in London. Am Samstag ist die nächste geplant. Der britische Premier Keir Starmer macht seine Haltung deutlich.
Vor einer Großdemonstration der rechten Szene in London hat die britische Regierung mehreren «rechtsextremen Agitatoren» die Einreise untersagt. Diejenigen, «die Hass und Gewalt schüren wollen», hätten in Großbritannien keinen Platz, sagte Premierminister Keir Starmer bei einem Besuch einer Einsatzzentrale der Londoner Metropolitan Police laut der Nachrichtenagentur PA. Demnach wurden elf Einreiseverbote verhängt.
Bei einer Demonstration im September 2025 konnte der Rechtsextreme Tommy Robinson, der auch den «Unite the Kingdom»-Marsch am Samstag organisiert, mehr als 100.000 Menschen mobilisieren. Stellenweise kam es zu Ausschreitungen, mehrere Polizisten wurden verletzt. Die Organisatoren der Demo würden «Hass und Spaltung» schüren, warnte Starmer, dessen Labour-Regierung sich derzeit in einer tiefen Krise befindet. Wer auf den Straßen Londons Chaos anrichte, müsse «mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen». «Meine Regierung wird sich stets für friedliche Proteste einsetzen, aber entschlossen gegen Hass vorgehen.»
Polizei plant Großeinsatz
Zu den Personen, denen nach eigenen Angaben ein Einreiseverbot erteilt wurde, gehören laut PA unter anderem die islamfeindliche Influencerin Valentina Gomez aus den USA, der belgische Politiker Filip Dewinter und der polnische Politiker Dominik Tarczynski. Auch der AfD-Politiker Petr Bystron darf nicht nach Großbritannien einreisen, wie das Nachrichtenportal «t-online» berichtet.
Auf der Plattform X echauffierte sich Robinson bereits über die Regierung. Starmer sei «der Feind der Briten», schrieb er. Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist einer der bekanntesten Rechtsextremen Großbritanniens und höchst umstritten. Der frühere Chef der rechtsextremen Vereinigung English Defence League ist bekannt für seine islamfeindlichen Aktivitäten und geriet bereits mehrmals in Konflikt mit dem Gesetz.
Die Londoner Polizei plant indes am Samstag einen Großeinsatz. Etwa 4.000 Beamte seien in der britischen Hauptstadt im Einsatz, heißt es in einer Mitteilung. Neben dem rechten Marsch ist auch eine größere propalästinensische Demonstration geplant. Mit strengen Beschränkungen und Vorkehrungen will die Polizei Zusammenstöße der beiden Demos verhindern.