Weniger als 100 MeterRussischer Satellit kommt europäischem Raumflugkörper gefährlich nahe

Ein russischer Satellit hat sich am Wochenende im Weltraum auf weniger als hundert Meter einem europäischen Raumflugkörper angenähert, der Daten für die Ukraine liefert.
Es habe keinen friedlichen Grund für dieses Manöver gegeben, sagte Clayton Swope von der Washingtoner Denkfabrik Center for Strategic and International Studies der Nachrichtenagentur AFP. Der im Auftrag der USA vom finnischen Unternehmen ICEYE betrieben Satellit ICEYE-X36 versorgt die ukrainische Armee mit Bildern und Daten im Krieg mit Russland.
Der im April ins All geschossene russische Militärsatellit Cosmos-2612 hatte im September begonnen, seinen Kurs zu ändern, wie aus Umlaufbahndaten hervorging, die die Nachrichtenagentur AFP analysieren konnte. Er änderte abrupt seine Geschwindigkeit, um in die gleiche Umlaufbahn wie der finnische Satellit zu gelangen.
Am Morgen des 18. Oktober betrug der Abstand zwischen den beiden Flugkörpern weniger als 100 Meter. Am Montagmorgen bewegte sich der russische Satellit dann wieder von ICEYE-X36 weg. Er befindet sich inzwischen in einer Entfernung von mehreren Kilometern zu ihm. Raumfahrtexperten zufolge könnte ein solches Manöver dazu genutzt werden, andere Satelliten zu untersuchen, zu überwachen oder zu stören.
Es ist nicht das erste Mal, dass russische Satelliten anderen nahegekommen sind. Laut dem Weltraumsicherheitsexperten Swope machten indes die Umstände diesen Fall besorgniserregend. Ob Cosmos-2612 mit einer Waffe ausgestattet gewesen sei, mit der er den anderen Satelliten hätte zerstören können, ließe sich aber nicht bestätigen.