Kurznachrichten

Europaweite ReformSchnellere digitale Unternehmensgründung in der EU - neue Einigung der Mitgliedsstaaten

23.10.2026, 13:38 Uhr
625577869
(Foto: picture alliance/dpa)

Die Vision: Gründer sollen künftig schnell und digital ein Unternehmen gründen können, das in der ganzen EU tätig sein kann. Was bedeutet das für Mitarbeiter? Die EU-Staaten haben eine Vorstellung.

Die EU-Staaten haben sich auf ihre Vorstellungen für eine neue EU-weite Unternehmensform geeinigt. Wer sich für die sogenannte EU Inc. entscheidet, soll das Unternehmen demnach innerhalb von zwei Tagen online registrieren können, für eine Gebühr von maximal 100 Euro, und dann im ganzen Binnenmarkt tätig sein können.

Besonders umstritten ist, welche Rechte Mitarbeiter künftig auf Beteiligung etwa in Betriebsräten haben, wenn das Unternehmen in mehreren EU-Staaten aktiv ist. Europäische Gewerkschaften haben davor gewarnt, dass Unternehmen sich bewusst entscheiden könnten, sich dort zu registrieren, wo Arbeitsschutzstandards niedrig sind.

Die Einigung der Staaten sieht nun laut Pressemitteilung des Rates vor, dass grundsätzlich wie von der EU-Kommission vorgeschlagen die Regeln des Staates greifen, in dem das Unternehmen registriert ist. Wenn das Unternehmen auch in einem anderen EU-Staat aktiv ist und dort bestimmte Grenzwerte zur Beteiligung überschritten werden, soll der Staat aber Maßnahmen ergreifen können, um die Einhaltung sicherzustellen.

Die Staaten unterstützen zudem die Möglichkeit, Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter aufzulegen, "um Talente zu gewinnen und zu binden" - allerdings nur für "kleine mittelständische Unternehmen" mit maximal 750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz nicht über 150 Millionen Euro.

Solche Optionen geben Mitarbeitern das Recht, später Anteile am Unternehmen zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen. Start-ups setzen sie teilweise ein, um auszugleichen, dass sie im Vergleich zu größeren Unternehmen weniger Gehalt zahlen. Mit der "EU Inc." sollen auch bestimmte steuerrechtliche Fragen dazu einheitlich geregelt werden. Gründer hatten darauf hingewiesen, dass die Eingrenzung auf eine bestimmte Unternehmensgröße wachsende Unternehmen treffe.

Quelle: ntv.de, dpa

Regionales