Präsident zu Besuch in AlbanienSteinmeier fordert deutsche Unternehmen zu mehr Investitionen im Westbalkan auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat deutsche Unternehmen zu einem größeren Engagement in Westbalkan-Staaten wie Albanien und Nordmazedonien aufgerufen. "Es sind viele Unternehmen in den letzten Jahren hierhergekommen", sagte er bei einem Besuch in der albanischen Stadt Berat. Präsident Bajram Begaj habe aber Recht: "Wenn man den Arbeitsmarkt hier stabilisieren will, wenn man der Wirtschaft hier mehr Auftrieb geben will, dann sind mehr deutsche Investitionen dringend erforderlich."
Andere Staaten kümmerten sich auch bereits um die Region, sagte Steinmeier weiter. "Die Türkei ist hier sehr stark vertreten, auch Frankreich und Italien. Es ist wirklich an der Zeit, dass mehr deutsche Unternehmen sich überlegen, hierherzugehen, sich nach den Rahmenbedingungen zu erkundigen und hier zu investieren." In den Ländern des westlichen Balkans entwickele sich auch wirtschaftlich etwas, sagte der Bundespräsident. "Gerade hier in Albanien ist das mit Händen zu greifen."
Eine Sorge gebe es, sagte Steinmeier. Sie betreffe die Zukunft ausgebildeter Fachkräfte. "Viel zu viele junge Menschen sind abgewandert in den letzten Jahren." Er habe seinen Gesprächspartnern versichert: "Es ist nicht unser Interesse, den albanischen oder mazedonischen Arbeitsmarkt leer zu saugen, um unsere Defizite und Fehlbedarfe zu füllen." Deutschland wolle, dass die Menschen auf dem Westbalkan eine eigene Perspektive entwickelten.
Steinmeier schloss mit dem Besuch in Berat, das als eine der schönsten Städte des Landes gilt, seine viertägige Reise auf den westlichen Balkan ab. Sie hatte ihn zunächst nach Nordmazedonien und dann nach Albanien geführt.