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Digitalen UnselbstständigkeitStudie: Deutsche Industrie stark abhängig von ausländischen Technologien

19.10.2026, 11:44 Uhr
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Das Ziel einer größeren digitalen Unabhängigkeit Deutschlands ist einer Studie zufolge weiter entfernt denn je.

Nahezu alle heimischen Unternehmen betrachteten Deutschland als stark oder eher abhängig von ausländischen Technologien und Dienstleistungen, ergab eine am heutigen Montag veröffentlichte Erhebung des Digitalverbands Bitkom. Fast zwei Drittel der Befragten befürchteten, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. "Internationale Arbeitsteilung ist eine Stärke unserer Wirtschaft, aber sie darf nicht dazu führen, dass wir im Krisenfall handlungsunfähig werden", warnte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Digitale Souveränität ist eine Aufgabe für den gesamten Staat ebenso wie für jedes einzelne Unternehmen."

An der Spitze der Digitalimporte stehen den Angaben zufolge Elektronikgeräte wie Smartphones und Laptops (94 Prozent), gefolgt von Hardware-Komponenten wie Computerchips (79 Prozent). Darüber hinaus spielten Cloud-Dienstleistungen (73 Prozent), Software-Anwendungen (68 Prozent) und Künstliche Intelligenz (KI) (56 Prozent) eine wichtige Rolle. Auf Länderebene betrachteten sich die Befragten vor allem von den USA und China (jeweils knapp 90 Prozent) als stark oder eher abhängig.

Ein Ausfall von Technologie-Importen würde bei 93 Prozent der deutschen Firmen das Kerngeschäft beeinträchtigen, schrieben die Autoren der Studie weiter. Im Schnitt könnten sie eine solche Situation etwa 16 Monate überstehen. Bei mehr als der Hälfte wäre ein Embargo bereits nach wenigen Monaten existenzbedrohend. Um diese Risiken abzufedern, setzten deutsche Unternehmen verstärkt auf inländische und europäische Zulieferer. Daneben bauten sie die Lagerhaltung kritischer Komponenten aus oder bereiteten sich darauf vor, Anbieter bei Bedarf schnell zu wechseln.

Die Umfrage ergab allerdings auch, dass für die Firmen bei der Auswahl ihrer Lieferanten der Preis und das technologische Fachwissen weiterhin die entscheidende Rolle spielten. Einige Produkte könnten zwar nicht ohne Weiteres ersetzt werden, sagte Bitkom-Präsident Wintergerst. Es fehle aber vielen deutschen Unternehmen an Mut, stärker auf heimische Angebote zu setzen.

Quelle: ntv.de, rts

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