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Vermittlung von Nachrichtenkompetenz Studie: Mehrheit der Lehrkräfte sehen Gefahr von Meinungsblasen

06.10.2026, 17:48 Uhr
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Symbolbild

Wie finden junge Menschen im Netz verlässliche Informationen? Eine von Zeitungsverlegern unterstützte Studie beleuchtet die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz an Schulen.

Eine große Mehrheit der befragten Lehrkräfte sieht einer Untersuchung zufolge die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler im Internet in sogenannten Meinungsblasen landen. 89 Prozent halten dieses Risiko für groß oder sehr groß, wie der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) unter Berufung auf eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach mitteilte.

Für die Untersuchung wurden 533 Lehrkräfte befragt, die Deutsch und/oder sozialwissenschaftliche Fächer in den Klassen 7 bis 10 an Realschulen, Gesamtschulen oder Gymnasien unterrichten. Hinzu kamen Befragungen von 123 Lehramtsstudierenden und 1.010 Menschen der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren. Die Studie wurde von der Stiftervereinigung der Presse in Auftrag gegeben und vom BDZV sowie der Stiftung Presse-Haus NRZ unterstützt. Sie wurde beim BDZV-Kongress in Berlin vorgestellt.

55 Prozent der befragten Lehrkräfte halten es für besonders wichtig, Schülerinnen und Schülern Nachrichtenkompetenz zu vermitteln, sodass sie Nachrichten in den Medien verstehen und einordnen können. Weitere 39 Prozent finden dies auch noch wichtig, 6 Prozent weniger wichtig.

Amthor wirbt für «digitale Aufklärung»

Für mehr Medienkompetenz und eine «digitale Aufklärung» warb beim Kongress auch Staatsminister Philipp Amthor in einer Rede beim BDZV-Kongress. Antworten auf die Probleme der digitalen Transformation müssten nicht nur beim Staat, sondern auch in der Gesellschaft gesucht werden, sagte der CDU-Politiker. Medienkompetenz und Medienbildung komme dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Amthor verwies darauf, dass sich gerade junge Menschen häufig über soziale Netzwerke über Politik informierten. Zugleich sprach er sich dafür aus, Plattformen im Umgang mit Falschinformationen, Fake-Accounts und Bots in die Pflicht zu nehmen.

Wie verlässliche journalistische Inhalte auf digitalen Plattformen sichtbar bleiben, war ebenfalls Thema des Kongresses. BDZV-Präsident Matthias Ditzen-Blanke verwies auf die Verantwortung bei der Gestaltung von Empfehlungsalgorithmen. Redaktionen wägten ab, welche Themen relevant seien und welche Informationen Menschen benötigten, um sich eine Meinung zu bilden. Auch bei den Empfehlungsmechanismen von Plattformen müsse über Verantwortung und mögliche Einengungen gesprochen werden. YouTube-Deutschlandchef Andreas Briese betonte, Medienhäuser müssten die Funktionsweise der Plattformen verstehen und dort mit ihren journalistischen Angeboten relevant bleiben. Es helfe nicht, Nutzern über Quotenregelungen aufzuzwingen, was sie sehen sollten.

Quelle: ntv.de, dpa

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