Belastung durch Nahost-KriegTUI senkt Gewinnziel für 2026

Wegen des Iran-Krieges senkt der Reisekonzern TUI sein Gewinnziel für 2026.
Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) werde nun (wechselkursbereinigt) zwischen 1,1 Milliarden und 1,4 Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Bislang hatte TUI ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent in Aussicht gestellt, nach einem Ebit von rund 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Umsatzprognose setzte der Konzern vorübergehend aus. Als Grund nannte der Vorstand die Zurückhaltung der Kunden und kurzfristigere Buchungen wegen der Unsicherheit im Nahen Osten.
Allein im März habe der Konflikt den Konzern rund 40 Millionen Euro gekostet. Dies umfasse Rückholaktionen und Beeinträchtigungen im Betrieb. TUI habe rund 10.000 Gäste und 1500 Crew-Mitglieder aus der Region zurückgebracht. Zwei Kreuzfahrtschiffe der "Mein Schiff"-Flotte mussten ihre Reisen bis Mitte Mai absagen, konnten den Persischen Golf inzwischen aber wieder verlassen. Sie seien auf dem Weg zurück nach Europa, erklärte ein Sprecher.
Die geopolitische Lage führe zu einer Verschiebung der Nachfrage vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum. Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 liegen demnach derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahr. Dies sei im Wesentlichen auf rückläufige Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten sowie auf die Nachwirkungen eines Hurrikans in der Karibik zurückzuführen. Trotz der Belastungen rechnet TUI für das zweite Quartal mit einem operativ besseren Ergebnis als im Vorjahr.
Mit Blick auf die gestiegenen Energiekosten erklärte TUI, zum 15. April 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer sowie 62 Prozent für den Winter 2026/27 abgesichert zu haben. Für das Kreuzfahrtgeschäft seien über 80 Prozent der Energiekosten für das Gesamtjahr abgesichert. Flug- und Reisekonzerne bangen angesichts der Blockade der Straße von Hormus um den Kerosin-Nachschub und sind mit höheren Preisen konfrontiert.