"Motor oder Antrieb"TÜV-Verband: Jeder fünfte geprüfte Bus fällt durch - zunehmend jüngere Fahrzeuge

Erhebliche oder gar gefährliche Mängel: In den vergangenen beiden Jahren ist bei der Hauptuntersuchung jeder fünfte Reise- oder Linienbus durchgefallen.
Erhebliche oder gar gefährliche Mängel: In den vergangenen beiden Jahren ist bei der Hauptuntersuchung jeder fünfte Reise- oder Linienbus durchgefallen. Damit seien die Mängelquoten zum zweiten Mal in Folge "kräftig" gestiegen, erklärte am Donnerstag der TÜV-Verband. Insbesondere jüngere Fahrzeuge schneiden demnach bei den Prüfungen schlechter ab. Der TÜV-Verband sieht einen Grund im "erheblichen wirtschaftlichen Druck", unter dem Unternehmen der Personenbeförderung stehen.
Der TÜV-Verband wertete für seinen Omnibus-Report rund 67.000 Hauptuntersuchungen (HU) der TÜV-Organisationen in den Jahren 2024 und 2025 aus. 19,2 Prozent der Busse hatten demnach Mängel - das waren 5,1 Prozentpunkte mehr als in den Jahren 2022 und 2023. Bei den jüngeren Fahrzeugen falle bereits jeder zehnte Bus nur ein Jahr nach der Neuzulassung durch. Dieser Anteil liegt laut Verband doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.
"Die Ergebnisse des aktuellen Bus-Reports sind alarmierend", erklärte Richard Goebelt vom TÜV-Verband. Der wirtschaftliche Druck auf die Unternehmen führe offenbar dazu, "dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen". Das gehe "über kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit".
Häufigster Mangel ist laut TÜV-Auswertung Ölverlust an Motor oder Antrieb - das könne bei Unfällen brandbeschleunigend wirken. Weitere Schwachstellen sind Beleuchtungsmängel und Mängel an der Bremsanlage.
Fahrzeuge für die Personenbeförderung müssen einmal pro Jahr zur HU. Ab dem dritten Jahr nach der Neuzulassung findet alle drei Monate eine Sicherheitsprüfung statt, sofern nicht die HU ansteht, wie der TÜV-Verband erläuterte. Das Durchschnittsalter von Bussen liegt demnach laut Kraftfahrt-Bundesamt aktuell mit 8,3 Jahren auf dem Niveau des Vorjahres.
Zum 1. Januar 2026 ist der Bus-Bestand in Deutschland den Angaben zufolge um 2,3 Prozent auf rund 87.500 Fahrzeuge gestiegen. Das sei ein historischer Höchststand.