Chip-Spionage für ChinaTaiwan klagt Ex-TSMC-Manager an

Wegen des Vorwurfs der Industriespionage für China hat die taiwanische Staatsanwaltschaft einen ehemaligen Manager des Chip-Konzerns TSMC angeklagt.
Dem früheren Manager wird vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben, die als nationale Kerntechnologien eingestuft sind, um sie in China zu verwenden. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Nationale Sicherheitsgesetz und das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen, wie die Behörde am Montag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren.
Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, zwischen 2023 und 2024 mit einem Komplizen aus Hongkong die Gründung einer Halbleiter-Analysefirma in China geplant zu haben. Dafür soll er 21 Dokumente von TSMC mit technischen Informationen kopiert haben. TSMC ist der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips und ein wichtiger Zulieferer für Konzerne wie Apple und Nvidia. TSMC habe den Diebstahl durch eine interne Untersuchung selbst aufgedeckt und alle kopierten Unterlagen wiedererlangt, so die Ermittler. Der mutmaßliche Komplize aus Hongkong sei inzwischen verstorben. TSMC selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab.
Dem Fall kommt eine besondere Bedeutung zu, da es sich den Angaben zufolge um die erste Anklage dieser Art handelt. Hintergrund sind wachsende Sorgen in Taiwan über Versuche der Volksrepublik, Halbleiter-Experten abzuwerben und an fortschrittliche Chip-Technologie zu gelangen. Die Regierung in Taipeh hat daher die Schutzmaßnahmen für ihre Schlüsseltechnologien verschärft.
Die kommunistische Führung in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als Landesteil und droht mit einer militärischen Eroberung. Die USA haben Taiwan hingegen Unterstützung bei der Selbstverteidigung zugesagt.