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UNO-BerichtSudan: Fast 700 Tote durch Drohnenangriffe seit Beginn des Jahres

14.04.2026, 14:46 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Im Bürgerkriegsland Sudan sind UN-Angaben zufolge seit Jahresbeginn bereits fast 700 Zivilisten durch Drohnen getötet worden.

"In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Berichten zufolge fast 700 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet", erklärte UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher am Dienstag. Der seit drei Jahren andauernde Krieg habe "die größte humanitäre Krise der Welt" ausgelöst, fügte er hinzu. Am Mittwoch jährt sich der Beginn des Kriegs am 15. April 2023 zum dritten Mal. In Berlin findet anlässlich des Jahrestags eine internationale Sudan-Konferenz statt.

In den vergangenen Monaten fanden im Sudan fast täglich Drohnenangriffe statt - insbesondere in der Region Südkordofan, dem Hauptschauplatz des Bürgerkriegs, sowie in den von der RSF-Miliz kontrollierten westlichen Regionen, darunter Darfur. Millionen Menschen seien aus ihren Häusern und ihrem Land vertrieben worden, ganze Gemeinden seien entvölkert und Familien immer wieder aufs Neue entwurzelt worden, betonte Fletcher. "Das Risiko einer zunehmenden regionalen Instabilität ist hoch", warnte er.

Drei Jahre Krieg hätten dem Land erheblichen Schaden zugefügt. Fast 34 Millionen Menschen und damit fast zwei Drittel der Bevölkerung benötigten humanitäre Hilfe. Hunderttausende Kinder seien unterernährt, Frauen und Mädchen seien systematischer und brutaler sexualisierter Gewalt ausgesetzt, erklärte Fletcher weiter. Im vergangenen Jahr habe humanitäre Hilfe 17 Millionen Menschen im Sudan erreicht - dieses Jahr werde versucht, 20 Millionen Menschen zu erreichen.

Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wurden seit Beginn des Bürgerkriegs im Sudan bereits mindestens 11.000 Menschen als vermisst gemeldet. "Tausende Familien haben keine Neuigkeiten von ihren Angehörigen, von denen sie getrennt wurden, als sie vor den Kämpfen flohen", erklärte das IKRK. Allein im vergangenen Jahr sei die Zahl der als vermisst Gemeldeten um mehr als 40 Prozent gestiegen.

In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen erbitterten Machtkampf. In dem Konflikt wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen wurden vertrieben.

Quelle: ntv.de, AFP

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