Sinkender InflationsdruckUSA: Steigender Konsum bei Verbrauchern

Trotz anhaltend hoher Inflation steigern die Verbraucher in den USA ihre Ausgaben stärker als erwartet.
Der private Konsum legte im August um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit 0,8 Prozent gerechnet. Im Juli hatte es lediglich ein kleines Plus bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher von revidiert 0,1 Prozent gegeben.
Der private Konsum gilt als Triebfeder der US-Wirtschaft, die trotz der Belastungen des Iran-Krieges im Frühjahr schneller wuchs als zunächst gedacht: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte auf das Jahr hochgerechnet im Zeitraum von April bis Juni um 2,2 Prozent zu. Zunächst war nur von 1,5 Prozent die Rede gewesen. Zu Jahresbeginn hatte es ein Plus beim BIP von 2,5 Prozent gegeben.
Im Zuge des Ende Februar ausgebrochenen Iran-Krieges sind die Ölpreise stark gestiegen, was auch die Verbraucher in den USA an der Tankstelle zu spüren bekommen. Die Inflation in den USA ist bereits seit Jahren erhöht. Die US-Zentralbank peilt bei der Teuerungsrate einen Wert von 2,0 Prozent an.
Die Federal Reserve achtet dabei besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist - den sogenannten PCE-Index. Die daraus berechnete Teuerungsrate sank im August auf 2,6 Prozent, nach revidiert 3,4 (ursprünglich 3,7) Prozent im Juli. Experten hatten mit einem Wert von 3,7 Prozent für August gerechnet. "Auch die revidierten Zahlen ändern nichts daran, dass die Inflation zu hoch ist", meint Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Bank Bethmann HAL. Die Fed könne das nicht hinnehmen und werde für sich weiteren Handlungsbedarf sehen: "Eine Zinserhöhung steht wohl noch für 2026 auf der Agenda."