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Taliban fünf Jahre an der MachtUnesco: Schulverbot trifft 2,4 Millionen Mädchen in Afghanistan

11.08.2026, 16:49 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/Unicef)

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan geht die UN-Kulturorganisation Unesco von 2,4 Millionen Mädchen im Land aus, die von weiterführender Schulbildung ausgeschlossen sind.

Bis 2030 könnte die Zahl gar auf knapp 4 Millionen steigen, warnt die in Paris sitzende Organisation. Die Unesco bezieht sich bei der Schätzung auf die Zahl der Mädchen, die bereits an einer weiterführenden Schule eingeschrieben waren und diese nach der Machtübernahme verlassen mussten, sowie Mädchen, die die Grundschule nun erfolgreich abschließen. Als einziges Land der Welt verbiete Afghanistan Mädchen und Frauen Bildung über die Grundschule hinaus. Zwei Jahrzehnte voller Fortschritte würden so rückgängig gemacht.

Nach ihrer Machtübernahme 2021 haben die Taliban die Rechte von Frauen und Mädchen im Land drastisch eingeschränkt. Weiterführende Schulen und Universitäten dürfen sie nicht besuchen. Auch aus Teilen des Arbeitslebens werden sie so herausgedrängt.

Die Einschnitte sind aus Sicht der Unesco schwere Verstöße gegen die Menschenrechte der Mädchen und Frauen. Ihr Ausschluss berge das Risiko, die Armut im Land zu verschärfen und Potenzial ungenutzt zu lassen. Die Mädchen liefen Gefahr, früher zu heiraten; das Verbot weiterzulernen verschlechtere zudem ihr Wohlergehen. Bis 2066 rechnet die Unesco mit etwa 9,6 Milliarden US-Dollar an Einkommen, die dem Land verloren gehen, weil zahlreiche gut gebildete Frauen die Arbeitswelt bis dann verlassen haben dürften.

Die Unesco setzt sich in mehreren Gegenden Afghanistans dafür ein, alternative Lernangebote zu schaffen. Mehr als 69.000 Menschen nahmen seit 2021 daran teil, 70 Prozent von ihnen waren Mädchen und Frauen. Die Organisation betont allerdings, die Angebote könnten den Zugang zu Schulbildung nicht ersetzen.

Quelle: ntv.de, dpa

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