Milliardenbelastung erwartetUnicredit steht vor Verkauf russischer Geschäftsteile

Die italienische Großbank Unicredit nähert sich dem Verkauf von Geschäftsteilen in Russland.
Die Bank unterzeichnete dazu eine unverbindliche Vereinbarung mit einem privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie sie mitteilte. Der Verkauf solle in der ersten Jahreshälfte 2027 vollzogen werden und werde den Gewinn der Unicredit voraussichtlich mit 3 bis 3,3 Milliarden Euro belasten, hieß es weiter. Die Gewinnziele, die sich Unicredit-Chef Andrea Orcel für die Jahre 2028 bis 2030 gesetzt hat, sollen davon nicht betroffen sein.
Künftig will sich die Unicredit in Russland vor allem auf den internationalen Zahlungsverkehr in Euro und US-Dollar für westliche und russische Geschäftskunden konzentrieren, die nicht von Sanktionen betroffen sind. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 haben die Europäische Union, die USA und andere Staaten Geschäfte mit Russland und russischen Kunden immer weiter beschränkt.
Unicredit war im Jahr 2024 nach der Raiffeisenbank die größte noch aktive Auslandsbank in Russland und gehört nach ihrem Bilanzvermögen zu den größten 20 Banken im Land. Vor zwei Jahren hatte ein Schiedsgericht in St. Petersburg Bankkonten und Vermögen von Unicredit in Russland eingefroren, nachdem der Bau eines LNG-Terminals an der Ostsee aufgrund westlicher Sanktionen geplatzt war, für den Unicredit mit gebürgt hatte.