Über 200 Betriebe betroffenVerdi: Mehr als 5000 Beschäftigte aus dem Handel beteiligen sich an Warnstreiks

Im Tarifstreit im Einzel- und Großhandel haben sich am Freitag laut Verdi bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.
Im Tarifstreit im Einzel- und Großhandel haben sich am Freitag laut Verdi bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Gestreikt wurde in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg, wie Verdi in Berlin mitteilte. Bestreikt wurden über 200 Betriebe, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland, Marktkauf, Penny, Douglas, Primark, Zara, H&M, Metro und Ikea.
Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro mehr. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer forderte die Arbeitgeber am Freitag bei einer Kundgebung in Dortmund auf, ein "verhandlungsfähiges" Angebot zu machen. Das in dieser Woche vorgelegte Angebot sei "skandalös niedrig".
Für Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatten die Arbeitgeber laut Handelsverband Deutschland (HDE) eine Lohnerhöhung in zwei Stufen von insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vorgelegt. Im ersten Tarifjahr sollen die Löhne demnach ab 1. November 2026 um zwei Prozent und im zweiten Tarifjahr um 1,5 Prozent steigen. Dies sei ein "Angebot mit Augenmaß" in der "schwersten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren".
Der HDE betonte, aktuell stünden viele Jobs in der Branche auf dem Spiel; seit 2022 seien im Einzelhandel insgesamt rund 73.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das Risiko für massenhafte Jobverluste sei real. Am Montag finden die nächsten Verhandlungstermine statt: für den Einzelhandel in Hessen und den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen.