Importdruck aus ChinaVolkswagen-Chef Blume sieht Europas Automarkt "massiv unter Druck"

Volkswagen-Chef Oliver Blume fordert angesichts des massiven Importdrucks aus China zusätzliche Unterstützung der Politik.
Dabei sprach er bei einer Veranstaltung am Rande der Pariser Automesse insbesondere eine flexiblere Regulierung und Anreize für die Produktion in Europa an. Vor allem das Volumengeschäft, in dem traditionell geringere Gewinnmargen erwirtschaftet werden als mit Premiumfahrzeugen, habe derzeit zu kämpfen. "Wir können uns in Zukunft nicht allein auf Gewinne aus dem Exportgeschäft verlassen", sagte Blume. Das Geschäft in Europa müsse profitabel und wettbewerbsfähig sein. "Wir müssen die industrielle Basis Europas sichern", betonte der VW-Chef.
Blume hat dem Wolfsburger Autobauer einen weitreichenden Umbau verordnet, der unter anderem den Abbau von weiteren zehntausenden Arbeitsplätzen und das Auslaufen der Fertigung in vier deutschen Werken vorsieht. Damit stößt er bei den Arbeitnehmern jedoch auf erbitterten Widerstand.
Die Bundesregierung sieht die EU-China-Vereinbarung zu Hybrid-Autos derweil als nicht ausreichend an, um das Problem des wachsenden Handelsdefizits mit der Volksrepublik zu beseitigen. Die Vereinbarung sei ein "positives Signal", sagte ein Regierungsvertreter in Berlin. "Das löst natürlich noch nicht das Problem des riesigen Handelsdefizits, das wir mit der Volksrepublik China haben, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung", fügte er hinzu.
Vergangenen Freitag hatte sich EU-Handelskommissar Maros Sefcovic mit seinem chinesischen Amtskollegen in Peking darauf geeinigt, die Importe von Hybridautos aus der Volksrepublik in die EU zu halbieren. Die Europäische Union teilte dann mit, dass man sich mit China auf eine Obergrenze bei Hybridauto-Importen geeinigt habe. Die Deckelung liege bei 350.000 Fahrzeugen jährlich. Zugleich sei eine jährliche Steigerung von sechs Prozent vereinbart worden.