Erderwärmung um 2,8 Grad drohtWWF mahnt mehr Klimaschutz auch in Deutschland an – "Fossile Energien Hauptverursacher"

Angesichts neuer Warnungen der Vereinten Nationen vor einer deutlichen Verfehlung der weltweiten Klimaziele hat der Umweltverband WWF größere Anstrengungen auch in Deutschland angemahnt.
"Fossile Energien sind der Hauptverursacher und Treiber für die Klimakrise, aber die Bundesregierung übersetzt den Ernst der Lage noch immer nicht in die notwendige Politik", kritisierte WWF-Klimaexpertin Fentje Jacobsen am Mittwoch in Berlin.
Laut dem aktuellen Bericht des UN-Umweltprogramms Unep ist die internationale Gemeinschaft derzeit "gefährlich weit" vom Erreichen ihrer Ziele entfernt. Die gegenwärtigen nationalen Klimaschutzmaßnahmen seien völlig unzureichend und der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter "auf Rekordstand", kritisierte UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung des sogenannten Emissions Gap Report. Zu befürchten ist demnach eine Erderwärmung um 2,8 Grad bis 2100 statt der angestrebten Begrenzung auf 1,5 Grad.
Auch Deutschland sei in der Pflicht, schnell deutlich mehr Emissionen einzusparen, mahnte daher der WWF. "Unseren Wohlstand und unser Wohlergehen erhalten wir nur, wenn wir die fossilen Fesseln schnell lösen, statt sie durch ein fehlgeleitetes Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) samt Netzpaket oder falschen Sparzwang im Bundeshaushalt zu festigen", warf Jacobsen der Bundesregierung eine verfehlte Politik vor. Diese müsse vielmehr "EEG und Netzpaket für den Ausbau sauberer Energien und unserer Netze nutzen, den Bundeshaushalt zukunftsfähig aufstellen und auf der Klimakonferenz alles dafür geben, die längst gefassten Beschlüsse endlich umzusetzen".
Jacobsen bezog sich dabei auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya. Für diese seien die aktuell von der Bundesregierung geplanten Gesetzesvorhaben im Energiebereich "ein schlechtes Signal", kritisierte der WWF. Kritiker befürchten, dass dadurch der Ausbau erneuerbarer Energien ausgebremst wird. Ohnehin ist laut Einschätzungen des deutschen Expertenrats für Klimafragen ohne zusätzliche Maßnahmen nicht damit zu rechnen, dass die nationalen Emissionsziele für 2030 sowie für die Folgejahre erreicht werden.