Trotz Print-Rückgang Zwei Drittel der deutschen Verlage blicken optimistisch auf die Branchenentwicklung

Trotz des strukturellen Rückgangs im Printgeschäft blicken zwei Drittel der deutschen Verlage optimistisch auf die Branchenentwicklung.
Das immer wichtiger werdende Digitalgeschäft dürfte weiter zweistellig wachsen, wie am Mittwoch aus einer Umfrage des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hervorgeht. Die größte Herausforderung sei jedoch nun, das noch profitable Printgeschäft mit einer möglichst langen Übergangsphase abzulösen. Rund 56 Prozent der Verlage fühlen sich demnach gut auf die digitale Transformation vorbereitet.
Die Studie zeigt drei zentrale Trends für die Branche. Neben dem Management des Print-Rückgangs sind dies zunehmende Zusammenschlüsse und Übernahmen sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). So erwarten 97 Prozent der Verlage positive Effekte durch KI, vor allem bei der Effizienz. In Redaktion, Werbemarkt und Verwaltung rechnen die meisten mit Einsparungen von bis zu zehn Prozent. Gleichzeitig erwarten rund 60 Prozent der Unternehmen das Ende der gedruckten Zeitung in den nächsten 15 Jahren. Als größte Chancen sehen die Verlage das Wachstum bei digitalen Abos und die Kostenoptimierung durch KI. Die größten Risiken seien der Rückgang des Werbemarkts, der Mindestlohn und stärker sinkende Vertriebserlöse bei Print.
"Auf dem Weg von Print zu Digital kommt jetzt die zweite Herausforderung: Das Print-Geschäftsmodell sicher und mit möglichst langer Landebahn abzulösen." BDZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers verwies auf die Rolle der Politik. Die befragten Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer bewerteten Regulierung positiv, wo sie Wettbewerbsnachteile gegenüber großen Plattformen abbaue. Kritisch sehen sie Regulierung jedoch, wenn bestehende Erlösmodelle etwa im Werbemarkt dadurch geschwächt würden.