Wirtschaft

Kunden bleiben weg 2000 Volksbank-Filialen vor der Schließung

65295056.jpg

Nicht alle haben das Interesse an den Filialen verloren: Bankräuber besuchten diese Geschäftsstelle der VR Volksbank Raiffeisenbank in Mellingen Anfang des Jahres und verschafften sich mit einem Radlader Zutritt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der digitale Wandel krempelt das Geschäftsmodell der Banken um. Immer weniger Kunden kommen in die Filialen. Noch radikaler als bei den Volksbanken soll das Filialnetz einer privaten Bank schrumpfen.

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken werden bis 2021 wahrscheinlich etwa 2000 ihrer Filialen schließen. Das sagte Wolfgang Kirsch, der Chef der DZ-Bank, der "Rheinischen Post". Die DZ-Bank ist das Zentralinstitut der genossenschaftlichen Banken in Deutschland. "Von den 12.000 Niederlassungen werden in fünf Jahren vielleicht nur noch 10.000 übrig sein", sagte Kirsch der Zeitung.

Damit beschleunigen die genossenschaftlichen Banken ihren bereits seit Jahren andauernden Filialabbau noch einmal deutlich. Zwischen 2004 und 2014 hatten die Banken bereits 2000 Geschäftsstellen geschlossen. Vor einigen Monaten hatte der Volksbanken-Bundesverband bereits angekündigt, dass in den kommenden drei Jahren zwischen 10 und 20 Prozent der Jobs in den Mitgliedsbanken gestrichen würden.

Als Grund für die Schließungen nannte DZ-Chef Kirch vor allem die Digitalisierung und die zunehmende Nutzung des Online-Bankings. "Es muss uns gelingen, diesen Digitalen Wandel zu gestalten", sagte er.

Auch die Filialnetze von Sparkassen und privaten Banken schrumpfen derzeit aus denselben Gründen massiv. Allein im vergangenen Jahr strich die Branche fast 13.000 Stellen - hauptsächlich wegen der "notwendigen Restrukturierungen im Filialgeschäft", wie der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes mitteilte. Im Rahmen ihres derzeitigen Konzernumbaus will die Deutsche Bank sogar noch einmal ein Viertel ihrer 723 Filialen dicht machen.

Quelle: ntv.de, mbo