Wirtschaft

Sanierung beim Warenhausriesen 5000 Jobs stehen bei Kaufhof vor dem Aus

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Ein Sanierungsprogramm wird viele Kaufhof-Mitarbeiter den Job kosten.

picture alliance/dpa

Der Zusammenschluss der Warenhaus-Konzerne Karstadt und Kaufhof hat massive Folgen für die Mitarbeiter. Bis zu 5000 Jobs sollen laut einem Medienbericht bei Galeria Kaufhof wegfallen. Der neue Chef spricht von einer "Rettungsmaßnahme".

Der Warenhauskonzern Galeria Kaufhof steht nach dem Zusammenschluss mit Karstadt offenbar vor einem umfassenden Jobabbau: Die Arbeitsstellen von bis zu 5000 Mitarbeitern sollen gestrichen werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Verweis auf Unternehmenskreise. "In seinem derzeitigen Zustand ist Galerie Kaufhof langfristig nicht überlebensfähig", sagte Stephan Fanderl, Chef des Gemeinschaftsunternehmens, bei einem Treffen der Führungskräfte der neuen Warenhausholding.

Laut der Gewerkschaft Verdi zählte Kaufhof im September 2018 noch etwa 14.220 Vollzeitstellen. 2017 waren es noch 15.379 gewesen. Im Zuge der Sanierung werden voraussichtlich 2600 Vollzeitstellen bei Kaufhof gestrichen. Das ist etwa jede fünfte Stelle. Wegen der hohen Teilzeitquote sind insgesamt die Jobs von 4000 bis 5000 Mitarbeitern bedroht.

Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Sanierungsprogramms, welches die Geschäftsführung beschloss. Fanderl bezeichnete dieses als "Rettungsmaßnahme". Der Aufsichtsrat hatte es bereits am Mittwoch in Grundzügen gebilligt. Auf einer außerordentlich einberufenen Mitarbeiterversammlung informierte er die Belegschaft am Morgen über die bevorstehenden Einschnitte. Auch die Sozialpartner wurden unterrichtet.

Der neue Warenhausriesen aus Karstadt und Kaufhof soll zudem federführend aus der Essener Karstadt-Zentrale heraus gelenkt werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf Insider berichtete. Der Kölner Kaufhof-Hauptsitz stehe aber nicht vor dem endgültigen Aus - er solle als eine Art Außenstelle erhalten bleiben. Wichtige Management-Funktionen verblieben in der Domstadt. Sanierungsbedingte Filialschließungen sind laut dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nicht geplant. An Standorten, an denen Mietverträge auslaufen, seien Schließungen hingegen möglich.

Schwaches Weihnachtsgeschäft

Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt. Der frühere Kaufhof-Eigner HBC hatte der Fusion im vergangenen Jahr nach langem Zögern zugestimmt. Die Nordamerikaner sind mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt beteiligt, das über rund 240 Filialen mit einem Umsatz von gut fünf Milliarden Euro und rund 32.000 Mitarbeiter verfügt. Mehrheitseigner ist die Signa Holding des österreichischen Investors René Benko. Karstadt hat im operativen Geschäft das Sagen. Der langjährige Karstadt-Chef Fanderl führt den neuen Warenhaus-Riesen.

Der Konzern muss im erbitterten Wettbewerb mit den Online-Händlern von Amazon bis Zalando bestehen. Kaufhof hatte Insidern zufolge im wichtigen Weihnachtsgeschäft Umsatzrückgänge verbucht. Die Arbeitnehmervertreter hatten erklärt, beide Warenhäuser hätten ihren Platz in Deutschland. Die Tarifkommissionen hatten eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie eine volle Tarifbindung der beiden Häuser an die Flächentarifverträge für den Handel gefordert.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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