Wirtschaft

Neue Zahlen zu Niedriglöhnen 92 Prozent der Friseure schlecht bezahlt

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So ziemlich jeder lässt sich irgendwann die Haare schneiden, doch viel Geld gibt es nicht dafür.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Wer in Deutschland Friseur, Florist oder Fahrer ist, wird nur schlecht bezahlt. Damit sind sie nicht allein. Fast 20 Prozent der Menschen im Land arbeiten zu Niedriglöhnen - zum 1. Mai plant der Gewerkschaftsbund daher mehrere Aktionen.

Fast jeder fünfte Beschäftigte mit vollem Job in Deutschland arbeitet zu Niedriglöhnen. Besonders hoch ist der Niedriglohnanteil mit 92 Prozent bei den Friseurinnen und Friseuren, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zum Tag der Arbeit zeigt. Das betraf zuletzt fast 50.000 Menschen. Im Friseurgewerbe lag das mittlere Einkommen bei 1680 Euro brutto im Monat. In der Floristik arbeiten 85 Prozent aller regulär Vollzeitbeschäftigten zu niedrigen Löhnen. In der Kosmetik und bei den Berufskraftfahrern im Personentransport sind es jeweils 78 Prozent.

Als Bezieher von Niedriglohn gilt man, wenn man in einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung weniger als zwei Drittel des mittleren Entgelts aller bekommt. Das waren den Zahlen zufolge 18,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten oder knapp vier Millionen - die Schwelle liegt aktuell bei 2267 Euro. Im Westen lag der Anteil bei 16,3 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es noch 16,5 Prozent. Im Osten war mit 30,4 Prozent fast jeder Dritte zu Niedriglöhnen beschäftigt - nach 37,3 Prozent fünf Jahre zuvor.

Am oberen Rand der Einkommensskala bewegen sich die mittleren Entgelte teils deutlich oberhalb von 6000 Euro - etwa bei Juristen mit guten Jobs in der Rechtsberatung oder Rechtsprechung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB und die Einzelgewerkschaften wollen zum Tag der Arbeit am 1. Mai dieses Mal unter dem Motto "Solidarität ist Zukunft" für die Arbeitnehmerrechte eintreten. Ein Livestream mit Talkrunden, Kultur und Statements soll kurzweilige Ansprache bieten. Präsentiert werden sollen auch die Forderungen zur Bundestagswahl.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, forderte mehr Anstrengungen gegen niedrige Löhne. Der Mindestlohn habe bisher wenig daran geändert, dass Millionen Beschäftigte mit niedrigsten Löhnen abgespeist würden. "In der Corona-Krise werden nun ausgerechnet die Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen am härtesten von den Lockdowns getroffen." Vorrangig müsse die Krisenabsicherung deutlich verbessert werden. "Das Kurzarbeitergeld ist für viele Beschäftigte zu niedrig, um davon leben zu können", sagte Zimmermann. Auch das Arbeitslosengeld müsse erhöht werden. Zügig müsse auch der Mindestlohn auf 12 Euro steigen. Aktuell liegt er bei 9,50 Euro.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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