Wirtschaft

Erwartungen übertroffen A321 neo beflügelt Airbus

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Die A320-Familie beschert Airbus ein positives Ergebnis.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während es beim Dauerrivalen Boeing erheblich kriselt, überrascht Airbus mit einem Gewinnsprung. Der europäische Konzern lässt Miseren wie den A380 hinter sich und konzentriert sich auf effizientere Kurz- und Mittelstrecken-Flieger. Mit Erfolg.

Der große Absatz seiner Mittelstreckenjets vom Typ A320neo hat dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn beschert. In der Folge sprang das bereinigte operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten binnen Jahresfrist von knapp 1,2 auf rund 2,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Damit übertraf Airbus die Erwartungen der Analysten.

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Grund dafür sei der Produktions-Hochlauf der A320-Familie von Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeugen mit neuen und effizienteren Triebwerken, die Airbus lange Zeit Kopfzerbrechen bereitet hatten. Zudem habe der größere A350 beste Chancen, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Der neue Vorstandschef Guillaume Faury bekräftigte das Ziel, das bereinigte Ebit um rund 15 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu steigern.

Leise Zweifel äußerte Faury aber an dem Plan, in diesem Jahr 880 bis 890 zivile Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Was dieses Ziel betreffe, sei das zweite Halbjahr eine "Herausforderung". Ein Engpass ist das erweiterte Hamburger Werk, das Probleme mit den verbesserten Kabinen für den gefragten A321neo hat. Nachdem sich eine neue A321-Version für längere Strecken (XLR) zuletzt gut verkaufte, prüfe Airbus Möglichkeiten, mehr A321 zu produzieren, hieß es.

Faury sieht Chancen für einen Ausbau der Produktion durch die Einstellung des Großraumflugzeugs Airbus A380. "Wir könnten freiwerdende A380-Kapazitäten nutzen", sagte er. Im zweiten Halbjahr könne er voraussichtlich mehr dazu sagen. Davon könnte auch das Airbus-Werk in Hamburg profitieren, wo derzeit die Endmontage des A380 stattfindet. Möglich sei die Erweiterung beim A321 Ende 2021 oder 2022, sagte Faury.

Handelsstreit überschattet Ergebnis

Schafft Airbus sein Ziel, würde der Konzern aus Toulouse in diesem Jahr voraussichtlich Boeing als größten Flugzeugbauer ablösen. Die Amerikaner kämpfen mit der vorübergehenden Stilllegung der Boeing 737 Max nach zwei Abstürzen mit Hunderten Todesopfern.

In den ersten sechs Monaten lieferte Airbus 389 Maschinen aus, 86 mehr als vor einem Jahr. Die Neubestellungen laufen aber in der ganzen Branche schleppend. Aufgrund zahlreicher Stornierungen wuchs der Auftragsbestand von Airbus im ersten Halbjahr nur um 88 (2018: 206) Flugzeuge. Der Nettogewinn verdoppelte sich von Januar bis Juni ebenfalls, auf 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um fast ein Viertel auf 30,9 Milliarden Euro.

Empfindlich stören könnte Airbus aber der Handelsstreit: Wenn die USA wie angedroht Zölle auf Flugzeuge und Hubschrauber aus der EU erhöben, könnte dies den Export in die USA behindern "und die Finanz- und Ertragslage von Airbus negativ beeinflussen", warnte der Konzern. "Airbus unterstützt weiterhin ein durch Verhandlungen erzieltes Ergebnis."

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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