Wirtschaft

"Haben viel Vertrauen verspielt" Adidas entschuldigt sich

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Adidas will für Fairness und Teamgeist stehen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Die Ankündigung, die Mietzahlungen für seine wegen der Corona-Krise geschlossenen Ladenlokale auszusetzen, wird für Adidas zum Desaster. Nach Kritik aus Politik und Bevölkerung rudert der Sportartikelriese nun zurück - und entschuldigt sich öffentlich.

Adidas zahlt nun doch die April-Mieten für seine wegen der Virus-Pandemie geschlossenen Läden. "Wir haben einen Fehler gemacht und damit viel Vertrauen verspielt", räumte der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern ein. Adidas reagiert damit auf den Sturm der Entrüstung, der auf das Unternehmen und Vorstandschef Kasper Rorsted niedergegangen war.

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Der Konzern aus Herzogenaurach hatte vor knapp einer Woche angekündigt, die Mietzahlungen für seine Ladenlokale auszusetzen, nachdem diese in vielen Ländern aufgrund behördlicher Anordnungen wegen der Corona-Krise verwaist sind. "Wir haben unseren Vermieter/innen die Miete für April bezahlt", erklärte Adidas nun. "Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben".

Ein offener Brief mit dem Titel "Adidas sagt Entschuldigung" soll nach Angaben des Konzerns morgen auch in wichtigen Zeitungen als Anzeige veröffentlicht werden. "Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht. Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen", heißt es dort.

Führende Politiker, darunter Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Verkehrsminister Andreas Scheuer, hatten Adidas wegen der verlangten Mietstundungen hart kritisiert, Prominente und Kunden hatten in den sozialen Medien sogar zum Boykott aufgerufen. Die Bundesregierung habe die gesetzliche Möglichkeit zu Mietstundungen in der Coronakrise nicht für Großkonzerne geschaffen, so die Kritik.

Rorsted war bereits am Sonntag zum Teil zurückgerudert und hatte versprochen, den wenigen kleinen Vermietern die fälligen Mieten zu zahlen. Adidas wirbt in dem Brief auch um Verständnis für den Vorstoß: "Fast auf der gesamten Welt findet kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu. Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie Adidas nicht lange aus." Um Geld zu sparen, habe man bereits Kurzarbeit angemeldet, der Vorstand und die zweite Führungsebene lassen sich die Gehälter vorerst nur zum Teil auszahlen. Das Aktienrückkaufprogramm sei eingestellt. Trotzdem werde Adidas Kredite brauchen.

Quelle: ntv.de, mba/rts