"Viel besser" als erwartetAdidas glänzt gegen den Trend mit Rekordumsatz

Ob die Überbleibsel der unrühmlich zu Ende gegangenen "Yeezy"-Ära, die von der Trump-Regierung verhängten Zölle oder der schwache Dollar: Viele Faktoren hätten Adidas das Geschäft im Jahr 2025 vermiesen können. Doch der Sportartikel-Gigant überrascht mit hervorragenden Zahlen.
Anders als der große US-Rivale Nike und Puma wächst der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas in ungebremstem Tempo weiter. Im abgelaufenen Jahr schnellte der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent auf den Rekordwert von 24,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Er übertraf damit die Erwartungen des Vorstands ebenso wie der Betriebsgewinn, der um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro wuchs. Angepeilt hatte Adidas zuletzt zwei Milliarden. Das Jahr 2025 sei "viel besser" gewesen, als er das vor zwölf Monaten erwartet habe, sagte Vorstandschef Björn Gulden.
Die Bruttomarge stieg auf 51,6 Prozent (2024: 50,8). Dabei steckte das Unternehmen sowohl die von der US-Regierung verhängten hohen Zölle auf Einfuhren aus den in der Sportbranche populären asiatischen Importländern wie Vietnam und China ebenso weg wie den schwachen Dollar, der allein mehr als eine Milliarde Euro Umsatz gekostet habe, wie es in der Mitteilung hieß.
Die im Jahr 2024 verramschten Restbestände der "Yeezy"-Modelle des Skandal-Rappers Ye (Kanye West) herausgerechnet, wäre der Umsatz sogar um 13 Prozent gestiegen, im vierten Quartal lag der Zuwachs bei elf Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich dabei auf 50,8 von 49,8 Prozent. Der um sein Comeback ringende Rivale Nike hatte von September bis November stagnierende Umsätze verbucht, bei deutlich sinkenden Margen.
"Dass wir im vierten Quartal trotz all der externen Turbulenzen zweistelliges Wachstum geschafft und unser Betriebsergebnis mehr als verdoppelt haben, war ein starkes Finish", sagte Gulden. Adidas sei 2025 in allen Märkten und in allen Vertriebskanälen um mindestens zehn Prozent gewachsen. "Noch wichtiger ist aber, dass es qualitativ hochwertiges Wachstum ist", betont er. Das Unternehmen habe seine Rabatte unter Kontrolle halten können. Die operative Umsatzrendite lag bei 8,3 (5,6) Prozent. Mittelfristig hat Gulden zehn Prozent "oder mehr" in Aussicht gestellt.
Trotz des florierenden Geschäfts war die Adidas-Aktie in der vergangenen Woche auf ein Jahrestief von 142,55 Euro gesunken, heute lag sie nur knapp darüber. Mit einem Aktienrückkauf will Gulden nun dem Kurs auf die Sprünge helfen. Von Anfang Februar an sollen eigene Aktien für bis zu einer Milliarde Euro erworben und danach eingezogen werden. Zuletzt hatte Adidas 2022 eigene Papiere zurückgekauft. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte Aktienrückkäufe nach der "Yeezy-Krise" erst wieder in Aussicht gestellt, wenn Adidas ein "gesundes Unternehmen" sei. Nachbörslich drehte die Aktie leicht ins Plus.